Bullenempfehlungen
Ergebnisse der April-Zuchtwertschätzung

Mit der April-Zuchtwertschätzung wurden die Änderungen zur Zuchtzielausrichtung und Gesamtzuchtwertberechnung umgesetzt.

Die Änderungen basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Überprüfung der genetischen Beziehungen, der ökonomischen Bewertung der Einzelmerkmale und der Gewichtung und Indexberechnung.
Die Zuchtwerte aus der April-Schätzung liegen vor – wie immer gibt es positive Überraschungen und Enttäuschungen. Die Zuchtwertabschreibungen liegen bei GZW -0,8, MW -0,6, FW ±0,0 und FIT – 0,4.
Achtung: Die nachfolgende Empfehlungsliste beinhaltet nur Bullen, die frei von den Erbfehlern DW, FH2, FH5, TP, ZDL und BH2 sind. Von den Besamungsstationen werden in mehr oder weniger großem Umfang auch Anlageträger in den Katalogen veröffentlicht. Solche Bullen dürfen nur dann verwendet werden, wenn derselbe Erbfehler nicht in der Abstammung der Kuh vorhanden ist. Die beste Möglichkeit, dies auszuschließen, ist die Anpaarungsplanung mit OPTIBULL. Somit können hochwertige Anlageträger ohne Risiko eingesetzt werden. Nutzen Sie diesen Service !

 

Zur April-Zuchtwertschätzung startet eine sukzessive Überführung der Erbfehlerkennzeichnung auf den international abgestimmten dreistelligen Buchstabencode (ICAR).
Dreistelliger Buchstabencode:
Stelle 1-2: Kürzel für den Erbfehler,
Stelle 3: Trägerstatus, wobei C=Träger (carrier), F=frei (free), S=homozygoter Träger (sure).
Aktuelle Kategorisierung der Erbfehler und genetischen Besonderheiten beim Fleckvieh:
Erbfehler
Kürzel Genetische Besonderheiten Kürzel Weitere genetische Besonderheiten
Arachnomelie
AR FV-Haplotyp 4
F4 Nat. Hornlosigkeit
Zinkdefizienz-like Syndr. ZL Männl. Subfertilität MS Kappa-Kasein
Thrombopathie TP Beta-Kasein
Minderwuchs F2
Zwergwuchs DW
BV-Haplotyp 2
B2
FV-Haplotyp 5 F5
Die beschriebenen Kurzformen erfolgen außerhalb des Tiernamens und die bisherigen Kürzel werden aus den Namen entfernt.

Die neue Kennzeichnung ist in BaZI-Rind und den zugehörigen PDF-Reports umgesetzt. Neben der Kurzkennzeichnung wurde bei der Einzeltierdarstellung ein zusätzlicher Tabellen-Reiter „gen. Besonderheiten“ eingeführt, in dem die Langform der Erbfehler und gen. Besonderheiten und der jeweilige Trägerstatus eingetragen sind.

Nachkommengeprüfte Vererber

WITZBACH, WEYDEN, WISCONA, ZOMBIE, VALEUR, WALDFUCHS, PERON
An der heimischen Station Höchstädt ist WITZBACH weiterhin Listenführer; er liegt fast unverändert bei GZW 130 (-1), MW 119 (-1). In der Fundamentvererbung hat er sich leider noch etwas verschlechtert auf jetzt 89 (-2). WEYDEN hat seinen GZW (129) und MW (117) stabil gehalten. WISCONA hat sich im GZW 128 (-1) wieder leicht verbessert und ist im MW unverändert bei 111 (±0). ZOMBIE liegt jetzt bei GZW 125 (-1) und MW 111 (-3). Vanadin-Sohn VALEUR hat seine Zuchtwerte als Nachkommen-geprüfter Bulle weitestgehend mit GZW 122 (-2) und MW 113 (-1) bestätigen können. Erfreulich ist, dass er sich in der Melkbarkeit bei jetzt 98 Punkten (+6) deutlich verbessert hat. WALDFUCHS steht jetzt bei GZW 117 (-3) und unverändert im MW bei 115. PERON ist im GZW auf 118 (+1) wieder leicht gestiegen und im MW bei 115 (-1). .
VIERA, WILLIAMS
VIERA (Reumut x Manitoba) hat mit GZW 121 (-3) und MW 112 (-2) nochmals etwas an Boden verloren. Dagegen setzt WILLIAMS seinen positiven Trend fort und konnte sich im GZW um +3 Punkte auf 118 verbessern. Seine herausragende Milchvererbung und die sehr guten Exterieur-Zuchtwerte (112-111-107-119) machen diesen Bullen wieder attraktiver für den Besamungseinsatz. Achtung: Nicht auf Kalbinnen einsetzen!!!
PAZIFIK
Neu nachkommengeprüft ist PAZIFIK (Passion x Huascaran). Er startet mit GZW 117 (-6) und MW 112 (-8) und hat seine Vorschätzung als genomischer Jungvererber leider nicht halten können. Bei guter Melkbarkeit (108) und guter Eutergesundheit (107) liegen mittlerweile 39 100-Tage-Leistungen mit 2624-3,97-3,19 und 148 Probemelken mit 26,0 kg Milch in einem Herdenniveau von 8159 vor. Die etwas knapp rahmigen Töchter sind gut bemuskelt, stehen auf sehr stabilen Fundamenten, die Euter sind hoch und lang angesetzt und weisen eine optimale Strichplatzierung und –stellung auf.
VITAMIN, HURLY, VILLEROY, MOGUL, ROYAL, SEHR GUT, RIAZA, LANSLIDE, WENDLINGER, WOBBLER, MACBETH
Überregional haben sich die Bullen, die auch in GP eingesetzt waren, unterschiedlich weiterentwickelt: VITAMIN hat im GZW (-7 auf 130) und MW (-7 auf 109) stärker enttäuscht. HURLY ist der große Gewinner der letzten beiden ZW-Schätzungen. Wie beim letzten Mal hat er 7 Punkte im GZW auf jetzt 141 zugelegt und im MW (124) nochmal 2 Punkte gut gemacht. Alle weiteren Einzelzuchtwerte sind hervorragend, er ist für den Einsatz auf Kalbinnen bestens geeignet und macht sehr exterieurstarke Töchter. Allein die Melkbarkeit mit 83 ist ein Wermutstropfen, wobei die absoluten Zahlen von 175 ersten Probemelken im DMHG bei 1,99 liegen. VILLEROY hat seinen GZW mit 138 (-1) und MW mit 119 (-1) fast gehalten. MOGUL hat sich nach oben entwickelt auf GZW 133 (+2) und MW 118 (+2). Noch deutlicher war die Aufwärtstendenz bei ROYAL, der jetzt bei GZW 133 (+4) und MW 115 (+4) steht. SEHR GUT ist unverändert bei GZW 128, im MW steht er jetzt bei 125 (-2). Auch RIAZA ist mit GZW 123 (-1) und MW 118 (-2) fast unverändert, ebenso wie LANSLIDE mit GZW 126 (-1) und unverändertem MW 127. WENDLINGER hat sich wieder verbessert; er steht bei GZW 134 (+2) und MW 121 (+1). WOBBLER hat im GZW (133) und MW (119) einen Punkt eingebüßt, während MACBETH je einen Punkt gewonnen hat (GZW 133 und MW 118).
MINT
MINT ist der große Gewinner dieser Zuchtwertschätzung: Er hat seinen GZW um 9 Punkte (132) und seinen MW um 6 Punkte (123) verbessert. Die jetzt 323 bewerteten Mint-Töchter haben ihre überragenden Fundament (129) und Eutereigenschaften (124) deutlich manifestiert. Allerdings sollte er nur auf gut bemuskelte Tiere angepaart werden.
Nicht sehr groß war diesmal die Ausbeute an Neuzugängen bei nachkommengeprüften Bullen.
HUMMELS
Neu in Gezielter Paarung ist HUMMELS (Hutera x Winnipeg). Aktuell liegen 14 100-Tage-Leistungen mit 2676-4,38-3,27 und 68 Probemelken mit 26,1-4,43-3,23 vor. Bei mittlerer Melkbarkeit (100) ist die Eutergesundheit gut (110). Die Töchter sind im Rahmen überdurchschnittlich und zeigen ideale Winkelung mit sehr straffer Fesselung und hoher Klauentracht. Die Euter sind lang angesetzt mit gutem Zentralband und hohem Euterboden. Die Striche sind tendenziell länger, ideal in der Dicke mit ordentlicher Strichplatzierung vorn und Strichstellung hinten. Großer Wermutstropfen bei Hummels ist der paternale Kalbeverlauf mit 80 !. Also: Nur auf rahmige Kühe mit breiten Becken einsetzen!
VLAN
Ein weiterer Neuzugang, der auch in Gezielter Paarung läuft, ist VLAN (Vlax x Vanstein). Er liegt bei GZW 124 (±0) und MW 118 (±0) bei ordentlicher Melkbarkeit (106) und mittlerer Eutergesundheit (103). Aktuell liegen 31 100-Tage-Leistungen mit 2634-4,40-3,35 und 72 Probemelken mit 25,2 kg vor. Die Töchter sind im Rahmen deutlich überdurchschnittlich bei guter Bemuskelung. Sie zeigen fast idealen Winkel (Tendenz etwas steiler) mit straffen Fesseln bei hoher Klauentracht. Die Euter sind kurz, aber ordentlich gut in der Bauchdecke angebunden bei gutem Zentralband und hohem Euterboden. Die Striche sind ideal in der Dicke, aber etwas länger. Sie sind vorn etwas weiter außen platziert und hinten leicht nach außen gestellt. Achtung: Vlan ist nicht für Kalbinnen geeignet !
WARRIOR
WARRIOR (Warberg x Walrom) steht bei GZW 121 (+2) und MW 116 (-3). Er vererbt gute Melkbarkeit (107) und mittlere Eutergesundheit (104). Warrior ist mit 67 100-Tage-Leistungen mit 2673-4,15-3,33 schon relativ sicher geprüft. Die 103 Probemelken liegen bei 26,7-4,41-3,29. Im Exterieur sind die Töchter mittelrahmig mit guten Fundamenten (tendenziell Richtung mehr Winkel, trockene Gelenke mit straffen Fesseln und etwas weniger Klauentracht). Die Euter sind lang mit ordentlicher Voreuteraufhängung und hohem Euterboden, aber schwächerem Zentralband. Die Striche sind optimal in Länge und Dicke. Die Strichplatzierung vorn und die Strichstellung hinten sind ideal.

Genomische Jungvererber

Genomische Jungvererber
Beim Einsatz von genomischen Jungvererbern ist es zwingend notwendig, das Risiko zu streuen (viele verschiedene Bullen verwenden, nicht alles auf eine Karte setzen) und den Anteil insgesamt auf ca. 40 % zu begrenzen.
Hinweis:
Die Empfehlungsliste des Fachzentrums Rinderzucht bezieht sich auf die Besamungsstation Höchstädt, die den größten Teil des Zuchtgebietes abdeckt. Aus Platzgründen können wir das Angebot der weiteren im Gebiet tätigen Stationen (Bayern-Genetik und Greifenberg) nicht umfassend darstellen. Die interessantesten Bullen finden sie in der überregionalen Auswahl. Für weitere Informationen stehen die Fachberater für Rinderzucht gern zur Verfügung.