Bullenempfehlungen
Ergebnisse der August-Zuchtwertschätzung

Mit der August-Zuchtwertschätzung wurden die Änderungen zur Zuchtzielausrichtung und Gesamtzuchtwertberechnung umgesetzt.

Die Änderungen basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Überprüfung der genetischen Beziehungen, der ökonomischen Bewertung der Einzelmerkmale und der Gewichtung und Indexberechnung.
Die Zuchtwerte aus der August-Schätzung liegen vor – wie immer gibt es positive Überraschungen und auch Enttäuschungen. Die Zuchtwertabschreibungen liegen bei GZW -0,4, MW -0,3, FW +0,1 und FIT – 0,2.
Achtung: Die nachfolgende Empfehlungsliste beinhaltet nur Bullen, die frei von den Erbfehlern DW, FH2, FH5, TP, ZDL und BH2 sind. Von den Besamungsstationen werden in mehr oder weniger großem Umfang auch Anlageträger in den Katalogen veröffentlicht. Solche Bullen dürfen nur dann verwendet werden, wenn derselbe Erbfehler nicht in der Abstammung der Kuh vorhanden ist. Die beste Möglichkeit, dies auszuschließen, ist die Anpaarungsplanung mit OPTIBULL. Somit können hochwertige Anlageträger ohne Risiko eingesetzt werden. Nutzen Sie diesen Service !

 

Nachkommengeprüfte Vererber

WITZBACH, WEYDEN, WALDFUCHS, PERON, WILLIAMS
An der heimischen Station Höchstädt ist WITZBACH weiterhin Listenführer; er liegt jetzt bei GZW 132 (-3), MW 120 (-2). Bei der Anpaarung sind die Schwächen im Fundament zu beachten. WEYDEN hat im GZW auf 132 (+3) gesteigert, ebenso im MW auf 118 (+2). WALDFUCHS steht jetzt bei GZW 121 (+2) und MW119 (+2). Auch PERON hat sich leicht nach oben entwickelt auf GZW 119 (+1) und MW118 (+1). Etwas enttäuscht hat WILLIAMS, der im GZW auf 114 (-3) zurückgefallen ist – im MW hat er sich auf 113 stabil gehalten.
WISCONA
Neu nachkommengeprüft ist WISCONA (Wille x Ruap). Mit GZW 130 und MW 118 hat er seine genomische Vorschätzung nun mit Nachkommen exakt bestätigt. Bei ordentlicher Melkbarkeit (106) und sehr guter Eutergesundheit (113) bringen die mittlerweile 26 Töchter eine 100-Tage-Leistung von 2776-3,99-3,38. Die Töchter sind in allen Rahmenkriterien deutlich überdurchschnittlich und gut bemuskelt. Sie zeigen etwas stärkeren Winkel bei sehr guter Fessel und sehr hoher Tracht. Die in der Länge durchschnittlichen Euter sind sehr gut im Bauch angebunden, sehr hoch im Euterboden bei mittlerem Zentralband. Strichlänge (etwas kürzer) und Strichdicke sind nahezu ideal. Die Striche sind vorne gut platziert und hinten ideal gestellt. Achtung: Nicht für Kalbinnen geeignet !
ZOMBIE
ZOMBIE (Zauber x Rumgo) ist zu seiner genomischen Vorschätzung deutlich gestiegen auf GZW 126 (+6) und MW 115 (+2). Bei sehr guter Melkbarkeit (111) und guter Eutergesundheit (107) sind aktuell 19 Töchterleistungen mit 2721-3,83-3,13 sowie 87 Probemelken mit 24,2 kg vorhanden.
Die Töchter sind knapp mittelrahmig und durchschnittlich bemuskelt. Sie zeigen extrem trockene Sprunggelenke, ordentliche Fesseln und Trachten bei fast idealem (tendenziell etwas mehr) Winkel. Die Euter sind mittel in der Länge und ideal in Voreuteraufhängung, Zentralband und Euterboden. Die Striche sind ideal ausgebildet, vorn optimal platziert und hinten ideal gestellt. Zu beachten ist die hinten etwas enge Strichstellung. Zombie besticht mit sehr guter Kalbeeignung (Kp 120, Km 103).Wir gratulieren dem Zuchtbetrieb Hartmann, Edenhausen (ehemals Lindermeir) zu diesem Zuchterfolg.
HUSKY
Ein weiterer Neuzugang ist HUSKY (Hulkor x Gebalot), der mit GZW 120 und MW 111 startet. Derzeit liegen 34 100-Tage-Leistungen mit 2418-4,19-3,19 und 45 Probemelken mit 24,7 kg vor. Husky bringt eine knapp mittelrahmige Nachzucht mit idealer Winkelung sowie guten Fesseln und Trachten. Die Euter sind bauchbetont und sehr gut in der Bauchdecke angebunden – mit gutem Zentralband und hohem Euterboden. Die Striche sind kürzer und dünner, Strichplatzierung und –stellung sind ordentlich.
REMMEL, VOTARY P*S, WALOT, SERENGETI, WEIDENBERG, INDIANER,
Überregional haben sich die Bullen, die auch in GP eingesetzt waren, unterschiedlich weiterentwickelt: REMMEL hat sich im GZW deutlich gesteigert auf 132 (+4) bei unverändertem MW 127. VOTARY P*S machte einen großen Sprung im MW auf 118 (+6). Im GZW ist er auf 123 (+2) gestiegen. WALOT und SERENGETI haben sich gehalten, WEIDENBERG ist leicht zurückgegangen auf GZW 118/MW115 (-2/-2). Stärker enttäuscht hat INDIANER, der jetzt auf GZW 115 (-4) und MW 115 (-5) steht.
WOBBLER, MACBETH, ERBHOF, MAXX
Erfreulich entwickelt haben sich WOBBLER auf 137/122 (+2/0) MACBETH auf 132/118 (+4/+4), ERBHOF auf 131/124 (+2/0), MAXX auf 127/121 (+5/+2).
VILLEROY
Neu in Gezielter Paarung ist VILLEROY (Reumut x Ettal), der mit GZW 140 (+6) und MW 123 (+2) bei sehr guter Melkbarkeit (117) und guter Eutergesundheit (110) startet. Seine Nachzucht ist im Rahmen deutlich unterdurchschnittlich, vor allem seicht und schwach bemuskelt. Die Töchter zeigen stärkeren Winkel mit ordentlichen Fesseln und Trachten. Die Euter sind bauchbetont und gut in der Bauchdecke angebunden bei mittlerem Zentralband und ordentlichem Euterboden. Die sehr dünnen Striche sind vorn ideal platziert und hinten ideal gestellt.
WENDLINGER
WENDLINGER (Wille x Gebalot) steht bei GZW 134 (+5) und MW 122 (+3) und vererbt sehr gute Melkbarkeit (115) und gute Eutergesundheit (109). Die 38 Töchter liegen bei 2909-3,79-3,12 in den ersten 100 Tagen. Im Exterieur sind sie mittelrahmig (etwas schmal) mit hervorragenden Fundamenten (fast ideale Winkelung, sehr trockene Gelenke mit enorm straffen Fesseln und sehr viel Klauentracht). Die Euter sind sehr gut in der Länge bei gutem Zentralband und mittlerem Euterboden. Die Striche sind etwas dicker und in der Länge optimal. Die Strichplatzierung vorn ist etwas weiter außen; auch die Strichstellung hinten zeigt leicht nach außen.
POLARSTERN
POLARSTERN (Polarbär x Winnipeg) steht nachkommengeprüft bei GZW 130 und MW 119 mit durchschnittlicher Melkbarkeit (99) und sehr guter Eutergesundheit (113). Die 24 bayerischen Leistungen liegen bei 2878-3,86-3,26. Die Töchter sind mittelrahmig; sie haben sehr trockene Gelenke, aber eine extrem starke Winkelung; Fesseln und Trachten sind ordentlich. Die Euter sind gut in Länge, Zentralband und Euterboden. Die Striche sind ideal ausgebildet, aber vorn weiter außen platziert; die Strichstellung hinten ist durchschnittlich.
BUSSARD
BUSSARD (Busserl x Rau) ist eine sehr interessante Vaterlinien-Alternative. Er startet mit GZW 126 (+3) und MW 124 (+3) bei sehr guter Melkbarkeit (118) und Eutergesundheit (112). Aktuell sind 38 Töchter mit 2899-4,30-3,13 gemeldet. Die Nachzucht streut etwas im Exterieur. Die Töchter sind in allen Rahmenkriterien unterdurchschnittlich, haben sehr unklare Sprunggelenke und zeigen tendenziell etwas mehr Winkel; Fessel und Tracht sind durchschnittlich. Die Euter sind lang mit sehr gutem Zentralband und hohem Euterboden; die Voreuteraufhängung ist allerdings nicht ideal. Die Striche sind optimal ausgebildet, vorn normal platziert und hinten ideal gestellt.
VIANO
VIANO (Rotglut x Imposium) startet mit GZW 125 (-2), MW 122 (±0), Melkbarkeit 119 und Euter-gesundheit 109 in etwa bei seiner Vorschätzung. Es liegen 52 Töchter mit 2739-4,16-3,16 vor. Größe, Länge, Breite und Tiefe sind weit überdurchschnittlich. Die Fundamente sind sehr trocken mit straffen Fesseln, aber etwas stärkerem Winkel. Die Euter sind mittel in der Länge, sehr gut in der Voreuteraufhängung, aber mit sehr schwachem Zentralband. Die längeren Striche sind vorn ideal platziert und hinten normal gestellt. Achtung: Nicht für Kalbinnen geeignet !
MITTSOMMER
MITTSOMMER (Manigo x Imposium) ist mit GZW 122 (+3) und MW 122 (+3) zur Vorschätzung gestiegen. Er liegt durchschnittlich in der Melkbarkeit (100) und gut in der Eutergesundheit (109). Die mittlerweile 60 Töchter liegen bei 2810-4,22-3,29. Die Nachzucht ist im Rahmen unterdurchschnittlich, zeigt aber ideale Fundamente (optimaler Winkel, klare Gelenke, sehr straffe Fesseln, sehr hohe Klauentracht). Die Euter sind sehr stark bauchbetont mit guter Voreuteraufhängung bei mittlerem Zentralband und Euterboden. Die Striche sind länger und dicker. Vorn sind sie etwas außen platziert, hinten ordentlich gestellt.
ZUR FREUDE
ZUR FREUDE (Zauber x Mandela) startet mit GZW 120 und MW 120 im Bereich der Vorschätzung. Er hat jetzt 35 Töchterleistungen mit 2817-4,14-3,21 bei sehr guter Melkbarkeit (118) und durchschnittlicher Eutergesundheit (101). Die Nachzucht ist in allen Rahmenkriterien überdurchschnittlich. Die Fundamente sind ideal (optimaler Winkel, sehr trockene Gelenke, sehr straffe Fesseln, sehr hohe Klauentracht). Die Euter sind bauchbetont mit durchschnittlicher Aufhängung, Zentralband und Euterboden. Die längeren Striche sind vorn normal platziert und hinten ideal gestellt.

Genomische Jungvererber

Genomische Jungvererber
Beim Einsatz von genomischen Jungvererbern ist es zwingend notwendig, das Risiko zu streuen (viele verschiedene Bullen verwenden, nicht alles auf eine Karte setzen) und den Anteil insgesamt auf ca. 40 % zu begrenzen.
Hinweis:
Die Empfehlungsliste des Fachzentrums Rinderzucht bezieht sich auf die Besamungsstation Höchstädt, die den größten Teil des Zuchtgebietes abdeckt. Aus Platzgründen können wir das Angebot der weiteren im Gebiet tätigen Stationen (Bayern-Genetik und Greifenberg) nicht umfassend darstellen. Die interessantesten Bullen finden sie in der überregionalen Auswahl. Für weitere Informationen stehen die Fachberater für Rinderzucht gern zur Verfügung.