Bullenempfehlungen
Ergebnisse der Dezember-Zuchtwertschätzung

Mit der Dezember-Zuchtwertschätzung wurden die Änderungen zur Zuchtzielausrichtung und Gesamtzuchtwertberechnung umgesetzt.

Die Änderungen basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur Überprüfung der genetischen Beziehungen, der ökonomischen Bewertung der Einzelmerkmale und der Gewichtung und Indexberechnung.
Die Zuchtwerte aus der Dezember-Schätzung liegen vor – wie immer gibt es positive Überraschungen und auch Enttäuschungen. Die Zuchtwertabschreibungen liegen bei GZW -0,9, MW -0,4, FW -0,3 und FIT – 0,5.
Achtung: Die nachfolgende Empfehlungsliste beinhaltet nur Bullen, die frei von den Erbfehlern DW, FH2, FH5, TP, ZDL und BH2 sind. Von den Besamungsstationen werden in mehr oder weniger großem Umfang auch Anlageträger in den Katalogen veröffentlicht. Solche Bullen dürfen nur dann verwendet werden, wenn derselbe Erbfehler nicht in der Abstammung der Kuh vorhanden ist. Die beste Möglichkeit, dies auszuschließen, ist die Anpaarungsplanung mit OPTIBULL. Somit können hochwertige Anlageträger ohne Risiko eingesetzt werden. Nutzen Sie diesen Service !

 

Nachkommengeprüfte Vererber

WITZBACH, WEYDEN, WISCONA, ZOMBIE, WALDFUCHS, PERON, HUSKY
An der heimischen Station Höchstädt ist WITZBACH weiterhin Listenführer; er liegt fast unverändert bei GZW 131 (-1), MW 120 (±0). Bei der Anpaarung sind die Schwächen im Fundament zu beachten. WEYDEN ist im GZW auf 129 (-3) gefallen, im MW fast stabil bei auf 117 (-1). WISCONA hat leider stärker enttäuscht und steht jetzt bei GZW 127 (-3) und MW 111 (-7). Stabil gehalten hat sich ZOMBIE; er steht jetzt bei GZW 126 (±0) und MW 114 (-1). WALDFUCHS steht jetzt bei GZW 120 (-1) und MW 115 (-4). PERON hat sich fast gehalten auf GZW 118 (-1) und MW 116 (-2). Auch HUSKY ist mit GZW 119 (-1) und MW 110 (-1) praktisch unverändert.
VALEUR
Neu nachkommengeprüft ist VALEUR (Vanadin x Inhof). Er startet mit GZW 124 (-1) und MW 114 (-3) Bei schwächerer Melkbarkeit (92) und mittlerer Eutergesundheit (100) bringen die mittlerweile 16 Töchter eine 100-Tage-Leistung von 2351-3,95-3,22; die 117 Probemelken liegen bei 24,5 kg. Die Töchter sind in allen Rahmenkriterien deutlich überdurchschnittlich und sehr gut bemuskelt. Sie zeigen idealen Winkel, aber etwas unklare Gelenke bei guter Fessel und sehr hoher Tracht. Die Euter sind eher schenkelbetont, sehr gut im Bauch angebunden bei ordentlichem Euterboden und Zentralband. Die Striche sind sehr kurz; die Strichdicke ist ideal. Strichplatzierung vorn und Strichstellung hinten sind ideal.
VIERA
VIERA (Reumut x Manitoba) startet im Vergleich zu seiner genomischen Vorschätzung vom August mit GZW 124 (-3) und MW 114 (-5). Bei sehr guter Melkbarkeit (113) und knapp mittlerer Eutergesundheit (97) sind aktuell 17 Töchterleistungen mit 2546-3,80-3,20 sowie 40 Probemelken mit 23,9 kg vorhanden. Die Töchter sind in allen Rahmenkriterien unterdurchschnittlich und normal bemuskelt. Sie zeigen insgesamt durchschnittliches Fundament mit etwas unklaren Sprunggelenken, durchschnittlichen Fesseln und Trachten bei fast idealem (tendenziell etwas mehr) Winkel. Die Euter sind sehr bauchbetont bei ordentlicher Voreuteraufhängung, extrem starkem Zentralband, aber tieferem Euterboden. Die Striche in der Länge normal, aber sehr dünn, vorn optimal platziert und hinten ideal gestellt.
VILLEROY, HURLY, WENDLINGER, MACBETH, MITTSOMMER, POLARSTERN, BUSSARD, VIANO, ZUR FREUDE
Überregional haben sich die Bullen, die auch in GP eingesetzt waren, unterschiedlich weiterentwickelt: VILLEROY steht auf GZW 139 (-1) und MW 120 (-3), zu beachten ist die sehr knappe Rahmenvererbung (89). HURLY ist sehr deutlich angestiegen auf GZW 134 (+7) und MW 122 (+6). WENDLINGER hat sich nahezu gehalten; er steht bei GZW 132 (-2) und MW 120 (-2). Auch MACBETH ist stabil geblieben bei GZW 122 (±0) und MW 117 (-1); dasselbe gilt für MITTSOMMER mit GZW 122 (±0) und MW 121 (-1). POLARSTERN ist bei fast unverändertem GZW und MW im Euter zurückgefallen auf 98 (-7). BUSSARD hat im GZW (-5 auf 121) stärker enttäuscht. Leicht zurückgefallen ist VIANO auf GZW 123 (-2) und MW 119 (-3). Die größte Enttäuschung brachte ZUR FREUDE mit nunmehr GZW 113 (-7) und MW 117 (-3).
WABAN, WOBBLER, JANDA, ERBHOF, VOTARY P*S
Wieder in der Liste ist WABAN mit einem deutlichen Anstieg auf GZW 147 (+8) und MW 126 (+3). Zu beachten ist die schwächere Fundamentvererbung (93). WOBBLER zeigte leichte Rückgänge auf GZW 134 (-3) und MW 119 (-3); ebenso JANDA, der jetzt bei GZW 127 (-4) und MW 112 (-3) steht. ERBHOF hält sich absolut stabil auf GZW 131 (±0) und MW 124 (±0). VOTARY P*S machte erneut einen großen Sprung auf GZW 127 (+4) und MW 120 (+2).
WOBBLER, MACBETH, ERBHOF, MAXX
Erfreulich entwickelt haben sich WOBBLER auf 137/122 (+2/0) MACBETH auf 132/118 (+4/+4), ERBHOF auf 131/124 (+2/0), MAXX auf 127/121 (+5/+2).
SEHRGUT
Ein interessanter Neuzugang, der auch in Gezielter Paarung läuft, ist SEHRGUT (Serano x Winnipeg), Er startet mit GZW 128 (+2) und MW 127 (+1) bei durchschnittlicher Melkbarkeit (101) und sehr guter Eutergesundheit (115). Aktuell liegen 57 Probemelken mit 27,3 kg vor. Die Nachzucht ist im Rahmen durchschnittlich bei knapp mittlerer Bemuskelung. Die Töchter zeigen idealen Winkel mit ordentlichen Gelenken und Fesseln bei guter Klauentracht. Die Euter sind sehr lang und gut in der Bauchdecke angebunden bei starkem Zentralband und tieferem Euterboden. Die Striche sind ideal in der Dicke, aber relativ lang. Sie sind vorn sehr gut platziert und hinten ideal gestellt. Zu beachten ist aber die enge Strichplatzierung hinten.
LANSLIDE
LANSLIDE (Wildwest x Manitoba) steht bei ausgeglichenem GZW 127 (+2) und MW 127 (+1). Er vererbt sehr gute Melkbarkeit (113) und mittlere Eutergesundheit (103). Lanslide ist mit 33 Töchterlaktationen schon sehr sicher geprüft. Im Exterieur sind die Töchter mittelrahmig mit ordentlichen Fundamenten (tendenziell etwas mehr Winkelung, normale Gelenke mit straffen Fesseln und viel Klauentracht). Die Euter sind sehr lang mit guter Voreuteraufhängung und hohem Euterboden, aber schwächerem Zentralband. Die Striche sind kürzer und dünner. Die Strichplatzierung vorn und die Strichstellung hinten sind durchschnittlich.
RIAZA
RIAZA (Ruptal x Rau) steht nachkommengeprüft bei GZW 124 (+4) und MW 120 (+5) mit durchschnittlicher Melkbarkeit (103) und Eutergesundheit (104). Auch Riaza ist mit 62 Töchterlaktationen schon sehr sicher geprüft. Die Töchter sind normal bemuskelt und in allen Rahmenkriterien überdurchschnittlich. Sie haben ideal gewinkelte Sprunggelenke mit ordentlicher Ausprägung, leicht nachgebenden Fesseln, aber guter Klauentracht. Die insgesamt bestechenden Euter sind sehr lang mit hohem Euterboden. Voreuteraufhängung und Zentralband sind durchschnittlich. Die Striche sind kürzer und zudem sehr dünn. Sie sind vorn relativ weit innen platziert; die Strichstellung hinten ist ebenfalls ideal. Achtung: Nicht für Kalbinnen geeignet !
MINT
MINT (Manigo x Rau) ist mit GZW 123 (±0) und MW 117 (±0) identisch zur genomischen Vorschätzung vom August. Die Töchter zeigen sehr gute Melkbarkeit (117) und Eutergesundheit (122) Aktuell sind über die aufgelisteten 100-Tage-Leistungen hinaus 166 Probemelken mit 26,6 kg bekannt. Die Mint-Töchter sind in der Körpergröße durchschnittlich, allerdings relativ kurz und sehr schmal mit sehr schwacher Bemuskelung. Sie haben sehr gute Fundamente mit tendenziell etwas mehr Winkelung, extrem trockenen Sprunggelenken, durchschnittlichen Fesseln und guter Klauentracht. Die insgesamt bestechenden Euter sind sehr lang mit guter Voreuteraufhängung, straffem Zentralband und hohem Euterboden. Einziges Handicap sind die kürzeren und sehr dünnen Striche. Die Strichplatzierung vorn und Strichstellung hinten sind ideal.
MANDERA
MANDERA (Manigo x Endo) ist zur genomischen Vorschätzung vom August deutlich zurückgefallen auf GZW 122 (-7) und MW 110 (-6). Melkbarkeit (111) und Eutergesundheit (115) liegen im sehr guten Bereich. Die Töchter sind mittelrahmig und schwächer bemuskelt. Sie bestechen mit idealen Fundamenten (ZW 133 !). Die Euter sind eher bauchbetont, normal in der Voreuteraufhängung und im Euterboden, aber mit schwächerem Zentralband. Die Strichplatzierung vorn und Strichstellung hinten sind ideal.

Genomische Jungvererber

Genomische Jungvererber
Beim Einsatz von genomischen Jungvererbern ist es zwingend notwendig, das Risiko zu streuen (viele verschiedene Bullen verwenden, nicht alles auf eine Karte setzen) und den Anteil insgesamt auf ca. 40 % zu begrenzen.
Hinweis:
Die Empfehlungsliste des Fachzentrums Rinderzucht bezieht sich auf die Besamungsstation Höchstädt, die den größten Teil des Zuchtgebietes abdeckt. Aus Platzgründen können wir das Angebot der weiteren im Gebiet tätigen Stationen (Bayern-Genetik und Greifenberg) nicht umfassend darstellen. Die interessantesten Bullen finden sie in der überregionalen Auswahl. Für weitere Informationen stehen die Fachberater für Rinderzucht gern zur Verfügung.