Erlebnis Bauernhof - Lernprogramme für Schulkinder

Schriftzug Erlebnis Bauernhof - Lernprogramme für Grund- und Förderschulen

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen lädt Grundschulkinder der 2. bis 4. Klassen, Förderschulkinder aller Jahrgangsstufen sowie Kinder in Deutschklassen ein, mit ihren Lehrerinnen und Lehrern einen Bauernhof in ihrer Nähe zu besuchen.

Erlebnis Bauernhof bietet nicht nur einen kostenlosen Besuch eines Betriebes. Die Lernprogramme haben auch Lehrplanbezug und fördern wichtige Kompetenzen.

Wir helfen

  • bei Fragen zum Ablauf
  • bei der Auswahl eines geeigneten Betriebes

Ansprechpartnerin

Kerstin Kranzfelder
AELF Wertingen
Landrat-Anton-Rauch-Platz 2
86637 Wertingen
Telefon: 08272 8006-133
Fax: 08272/8006-157
E-Mail: poststelle@aelf-wt.bayern.de

Erlebnisse

Pilotprojekt
7. Klassen des Gymnasiums Lauingen besuchen Stettenhof

Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche besuchten die 7. Klassen des Albertus Gymnasiums Lauingen am 18. Oktober 2019 mit ihren Lehrkräften die Familie Hartmann auf dem Stettenhof bei Mödingen.
Bewährtes Programm
Das Programm "Erlebnis Bauernhof" wird seit vielen Jahren für zweite bis vierte Klassen, Förderschulen und Deutschklassen angeboten. Nun erprobt das Staatsministerium die Zusammenarbeit mit höheren Jahrgangsstufen.
Lernen durch Praxisbezug
"Unseren Kindern fehlt der Bezug zur Herkunft der Lebensmittel immer mehr", stellen die Lehrkräfte häufig fest. In den Gymnasial-Lehrplänen mehrerer Jahrgangsstufen werden Ernährungsfragen, der Begriff Nachhaltigkeit und Hintergründe zur Landwirtschaft thematisiert. Die Teilnahme am Programm "Erlebnis Bauernhof" ergänze den Unterricht, betonte Matthias Lanninger, Lehrkraft des Gymnasiums Lauingen, "weil unsere Schüler das Gelernte hautnah erleben und so viel mehr hängen bleibt."

Sommer.Erlebnis.Bauernhof
Zweite Klassen der Grundschule Bissingen besuchen Erlebnisbauernhof Böck

Im Rahmen der Projektwochen von Erlebnis Bauernhof besuchten am 11. Juli 2019 die Schulklassen 2 a und 2 b der Grundschule Bissingen mit ihren Klassenlehrern den landwirtschaftlichen Betrieb Böck in Oberglauheim. Kerstin Kranzfelder vom AELF Wertingen hatte das Ereignis organisiert.
Erlebnisbäuerin Claudia Böck begrüßte mit ihrer Stoffkuh Barbara sehr unterhaltsam die Schüler und erklärte anschaulich, wie mit Tieren auf dem Bauernhof umzugehen ist: Egal ob bei Kälbern und Kühen, Katzen und Hund – überall gilt die Drei-L-Regel langsam, leise und lieb – so soll der Kontakt vom Mensch zum Tier sein.

An verschiedenen Lernstationen konnten die Schulkinder an diesem spannenden Vormittag zahlreiche Sachen entdecken und ausprobieren:

  • Kühe und Kälber füttern und streicheln
  • mit Hund und Katze schmusen
  • Melken einer Kuh im Melkstand unter Anleitung von Claudia und Thomas Böck
  • Maisbad; Gummistiefel-Weitwurf; Wett-Melken am Gummieuter
  • Milch zu Butter schütteln
  • Butterbrote mit Schnittlauch essen
  • Biodiversität: Kräuter und Wiesenblumen bestimmen und einen kleinen Strauß binden mit Sabine Klostermeir und Susanne Ahle vom AELF Wertingen
  • Insekten beobachten an einem Ackerblühstreifen

Voller Eifer beim Kühefüttern

Mit vollem Einsatz schieben die Kinder mit ihrer Schaufel oder dem Rechen das Futter aus der Mitte des Gangs hin zu den Kühen. Die Tiere mampfen friedlich vor sich hin und beobachten unbeeindruckt das Spektakel, das sich vor ihnen abspielt. Lea gefällt, dass sie mitten unter den Tieren mit anpacken darf. Ebenso wie Lucy und Lemmy, die mit kleinen Schubkarren angefahren kommen und den geduldigen Kühen Heu bringen.
Selbst melken
Vier Stationen durften die Zweitklässler der Grund- und Mittelschule Bissingen mit Claudia und Thomas Böck auf deren Erlebnisbauernhof am Rande von Oberglauheim erkunden. Im Vorfeld bekamen die Kinder so manche Verhaltensregel erklärt. Beim Füttern war leise hineingehen angesagt, damit die Kühe sehen, was auf sie zukommt. Die Bäuerin weiß: "Wenn wir sie nicht darauf vorbereiten, hab’ ich abends saure Milch." Wie eine Kuh gemolken wird, das durften die Kinder an der Melkstation sehen und sogar selbst ausprobieren. Wer wollte, fasste das Euter und die Zitzen der Kuh an, die Claudia Böck zuvor mit einem Tuch mit Seifenlauge abgewaschen hatte. Bei manchen kam sogar Milch heraus beim Versuch zu melken.
Auch wie die Melkmaschine funktioniert, ist für die Grundschüler nun kein Geheimnis mehr. Bei den anderen Gruppen war es derweil ebenso spannend. Die übten erstmal nicht an den Kühen selbst, sondern an einem künstlichen Euter. Der Eimer darüber war mit Wasser gefüllt. Am Schluss verglichen sie dann, wer am meisten geschafft hat.
Kräuter unterscheiden
Die Mädels und Jungs errieten an der Lernstation Biodiversität mit Susanne Ahle und Sabine Klostermeir, welche Kräuter diese dabeihatten. So erhielten sie einen kleinen Einblick, wie viele Pflanzen bei uns wachsen und wofür diese verwendet werden können. Pfefferminze, Rosmarin, Oregano, Zitronenmelisse, aber auch Weizen und Gerste hatten die Mitarbeiterinnen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Wertingen dabei. Nach der Aufforderung "Jeder darf sich ein Sträußchen zusammenbinden und mit nach Hause nehmen", war der Eifer groß, und immer wieder war zu hören: "Riech mal, wie gut das duftet."
Ein ganz anderer Unterrichtstag
Im Vorfeld hatte Schulamtsdirektor Wilhelm Martin die Kinder mit ihren Lehrern und Schulleiter Werner Zucker zu diesem "ganz anderen Unterrichtstag" begrüßt, auf dem Weg "von der Milch zur Butter". Butterbrezel, Apfel usw. – all das sind Lebensmittel, die ihren Ursprung in der Landwirtschaft haben. Da gehöre natürlich auch die Biodiversität überall dazu, schließlich brauchen wir Insekten wie Bienen, denn ohne sie wachsen auch keine Früchte an unseren Pflanzen und Bäumen.
Der Schulamtsdirektor drückte seine Freude darüber aus, dass die Schulen mitmachen und hofft auch darauf, dass sich Schulen aus der Stadt beteiligen, mit Kindern, die das Leben auf dem Bauernhof überhaupt nicht kennen. "Das Programm Erlebnis auf dem Bauernhof gibt es seit sieben Jahren", erklärte Magnus Mayer, Behördenleiter des AELF. Die Vergütung der beteiligten Betriebe wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernommen.
Ein Kälbchen gab es auch zu sehen
Natürlich gab es bei dieser Veranstaltung im Rahmen der Projektwoche "Sommer.Erlebnis.Bauernhof" des AELF auch Zeit zum Herumtoben für die Kinder, die noch einen Gruß der Molkerei Gropper mit nach Hause bekamen, zum Beispiel einen Joghurt. Nun wissen sie ja, woher die Milch dafür kommt. Und was sie noch gesehen haben? Ein gerade geborenes Kälbchen, das noch ganz wacklig auf seinen Beinen stand.
Bericht: Brigitte Bunk, Augsburger Allgemeine Zeitung

Lehrerfortbildung: Erlebnis Bauernhof auf dem Stettenhof in Mödingen

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Wertingen organisierte gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Dillingen am 12. März 2019 einen Dialog zwischen Erlebnisbäuerinnen und Grund- und Förderschullehrkräften aus dem Landkreis Dillingen. Gastgeber waren Martin, Marion und Josef Hartmann vom "Stettenhof" in Mödingen.
Organisatorin Kerstin Kranzfelder vom AELF hatte ein erlebnispädagogisches Motto gewählt: "Aktives Lernen in der Natur mit dem Programm Erlebnis Bauernhof". Das setzten die Teilnehmer in die Tat um.
Erlebnisbäuerinnen aus dem Landkreis Dillingen stellten sich an diesem Tag persönlich vor. Außerdem erfuhren die Lehrkräfte von Familie Hartmann Interessantes über die Lernprogrammen "Streuobstwiese" und "Rund ums Ei". Mit Bohrmaschinen fertigten die Teilnehmer ein Insektenhotel aus gesägten Hölzern an. Auch Bandnudeln stellten sie selbst mit Hilfe einer Handkurbel-Nudelmaschine her.

Erfahrungsaustausch der Erlebnisbäuerinnen im Landkreis Dillingen

Im November 2018 trafen sich die Erlebnisbäuerinnen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen. In dieser Runde nannten alle ihre positiven Erfahrungen, aber auch Verbesserungswünsche. Sie beschlossen, dass sie in Zukunft sich einmal jährlich austauschen wollen und im Frühjahr bei einer Lehrerfortbildung mitwirken wollen.
Denn ihr Ziel ist: "Wir wollen noch mehr Schülerinnen und Schüler auf den Bauernhof bringen, um die Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit und Lebensmittel zu fördern."

Sommer.Erlebnis.Bauernhof 2018: Zweitklässler besuchen Erlebnismühle

Für mehr als 40 Jahre lag die Brunnenmühle im Dornröschenschlaf, bevor sie von der Familie Keis "wachgeküsst" wurde. Seit zwei Jahren klappert die liebevoll renovierte Mühle als Schaumühle wieder am Brunnenbach zwischen Mörslingen und Finningen. Die alte Mühlentechnik faszinierte auch 26 Mädchen und Buben der Klasse 2a der Grundschule Höchstädt, die den Betrieb der Familie Keis im Rahmen der Projektwochen Sommer.Erlebnis.Bauernhof besuchten.
Maria Teresa und Michael Keis liegt vor allem die Aufklärung der Kinder über die bäuerliche Urproduktion am Herzen. "Vom Korn zum Brot" lautet das Thema ihres Lernprogramms. Und sie zeigen, wie spannend es auf einem Betrieb auch ohne Tiere zugehen kann
Kinder backen Brötchen
Nach ihrer Begrüßung durch Schulamtsdirektor Wilhelm Martin, Grundschulrektor Helmut Herreiner, Dr. Cornelia Stadlmayr vom AELF Wertingen und das Betriebsleiterpaar fährt Michael Keis mit seinem Schlepper und einer Gruppe Kinder auf dem Anhänger zu einem Emmer- und einem Weizenfeld. Anschließend dürfen die Schülerinnen und Schüler Erde in kleine Behälter füllen, selbst Getreide aussähen und in der Mühle Mehl mahlen. Maria Teresa Keis hat bereits frühmorgens einen Weizen-, Hefe- und Vollkornteig vorbereitet und zeigt den Sieben- bis Achtjährigen das Formen von Brötchen und Nußhörnchen, die dann im Steinbackofen bei 280 Grad gebacken werden.
Geschichte der Mühle
Die Brunnenmühle wurde erstmals im Jahr 1280 urkundlich erwähnt. 1972 wurde der Mühlbetrieb eingestellt und der Einödhof nur noch als landwirtschaftlicher Betrieb weitergeführt. Michael und Maria Teresa Keis renovierten das Kleinod. Seit 2016 ist die Schaumühle von Mai bis Oktober einmal monatlich an einem Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. Im Mühlenmuseum "Vom Korn zum Mehl" erleben die Besucher, welchen Weg verschiedene Getreidesorten bis in die Mehlpackung im Supermarktregal zurücklegen. Bei einem Rundgang finden sich Ausstellungsstücke, die das Leben und Arbeiten der Vorgänger der Familie Keis in der Mühle zeigen.
Quelle, Text und Bilder: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Patrizia Schallert