Standard-Bodenuntersuchung nach der Ernte ziehen

Probenahme

Im Rahmen der Düngeverordnung müssen alle Landwirte, die wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphat ausbringen, den Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag ermitteln. Dabei ist der im Boden verfügbare Stickstoff jährlich durch eigene repräsentative Bodenproben (Nmin/EUF) festzustellen oder Durchschnittswerte des Landkreises zu verwenden.

Bei Phosphat sind alle Schläge ab 1 Hektar mindestens alle 6 Jahre im Rahmen der Fruchtfolge zu beproben. Das heißt, am Tag der Düngebedarfsermittlung/Düngung darf die letzte Untersuchung max. 6 Jahre alt sein. Für eine bedarfsgerechte Düngung empfiehlt es sich darüber hinaus, den Boden auf pH-Wert, Kali und Magnesium zu untersuchen.
Die Ergebnisse sind für die Planung der Düngung von besonderer Bedeutung. Ein geringer Nährstoffgehalt im Boden kann frühzeitig erkannt und entsprechend vorgebeugt werden. Mögliche Ertragsausfälle werden verhindert. Aber auch hoch und sehr hoch versorgte Böden sollten vermieden werden. Durch ein Absenken der Gehaltsklassen zurück in den optimalen Bereich, lassen sich Düngerkosten, sowie negative Umwelteffekte begrenzen.

Bei der Ziehung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Probe ist ab 1 Hektar Schlaggröße zu ziehen.
  • Teilflächen sollten max. 3 Hektar groß sein.
  • Einstichtiefe 15 – 20 cm auf Ackerland; 10 cm auf Grünland;
  • Mindestens 15 Einstiche je Probe;
  • Optimaler Termin ist nach der Ernte und vor der nächsten Düngung.
  • Der Boden sollte nicht zu nass und nicht zu trocken sein.
  • Die Proben sollten in Form eines/mehrerer "W" gezogen werden.
Zur Bewertung der Nährstoffmengen im Boden werden die Ergebnisse in Gehaltsstufen in Abhängigkeit der Bodenart eingeteilt. Die einzelnen Proben ermöglichen so eine statische Auswertung über alle Untersuchungen in Bayern. Die aktuellen Ergebnisse sind in nachfolgender Tabelle zusammengefasst.

Hauptnährstoffe Acker und Grünland Auswertung Dillingen 2014 -2019

 Kalk   Phosphat     
 ACE ABCDE 
 %%%Anzahl%%%%%Anzahl
AF15246115.04621648211315.046
DG611833.5501230381273.550
 Kali     Magnesium     
 ABCDE ABCDE 
 %%%%%Anzahl%%%%%Anzahl
AF21745241215.0462295712O1.141
DG633421283.550O7523210135
Ausgeglichene Werte
Die Bodenuntersuchungsergebnisse der Ackerflächen im Landkreis Dillingen weisen im Durchschnitt aller Proben ausgeglichene Werte auf. Allerdings ist zu erwähnen, dass gerade Phosphat und Kali auf 1/3 der Flächen in Versorgungsstufe D und E liegen. Das sollte bei der Düngeplanung ausreichend berücksichtigt werden. Eine mögliche Lösung wäre die Güllegaben zu begrenzen und auf niedriger versorgte Flächen zu verschieben. Auf jeden Fall sollte die mineralische Düngung auf diesen Flächen reduziert, bzw. ganz unterlassen werden. Gerade auf mit Phosphat hoch versorgten Flächen kann oftmals auf eine Unterfußdüngung in Mais verzichtet oder durch die Wahl des Düngers (NP 20/20 statt 18/48) reduziert werden.
Geringere Nährstoffgehalte bei Grünlandflächen
Die Grünlandflächen weisen tendenziell etwas geringere Nährstoffgehalte auf. Allerdings gilt auch hier, dass der optimale Bereich anzustreben ist. Auf überversorgten Böden sind Düngegaben zu reduzieren. Auf unterversorgten Flächen ist soweit wie möglich in den optimalen Bereich zu düngen. Nur so kann langfristig das Ertragspotential erhalten werden.
Auf Kalk-Gehalt achten
Damit die Nährstoffe auch in ausreichender Menge verfügbar sind, sollte stets auf den Kalk-Gehalt geachtet werden. Die Auswertung im Landkreis ergab 61 % überversorgte Ackerflächen und 83 % überversorgte Grünlandflächen. Hier ist anzumerken, dass eine zu geringe Kalkversorgung, genauso nachteilig ist, wie eine zu hohe. Nur im optimalen Bereich sind die Nährstoffe in ausreichender Menge von den Pflanzen aufzunehmen. Außerhalb des optimalen Bereichs sind Ertragsausfälle wahrscheinlich. Lösungsmöglichkeiten sind die Zeiträume zwischen den Kalkgaben zu verlängern bzw. die Kalkgaben zu reduzieren. Oft reichen schon geringe Mengen aus, um die Versorgungsstufe C zu erhalten.
Eigene Untersuchungsergebnisse erforderlich
Diese Auswertung stellt einen Überblick zum Landkreis Dillingen dar. Sie ist allerdings kein Ersatz für regelmäßige eigene Bodenuntersuchung. Nur mit eigenen Untersuchungsergebnissen können betriebsindividuelle Rückschlüsse für die zukünftige Düngung gezogen werden.