Stallbau für Viehhaltung wird immer schwieriger

Zu einer gut besuchten Veranstaltung zum Thema "Neuerungen beim Immissionsschutz und bei der Anlagenverordnung" hatten die Ämter für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Nördlingen und Wertingen am 22. Februar 2018 in das Wirtshaus zum Kratzhof in Harburg eingeladen.

Der Leiter des AELF Nördlingen, Manfred Faber, ging in seiner Begrüßung auf die vielfältigen Probleme und immer höheren Hürden bei den Genehmigungsverfahren für Stallbaumaßnahmen ein. Die Anforderungen hinsichtlich des Immissionsschutzes stellte Dr. Stefan Neser von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vor.
Referent spricht vor PublikumZoombild vorhanden

Aufmerksame Zuhörer

Das Bauen im Innenbereich ist wegen der Geruchsemissionen auf benachbarte Anwohner kaum möglich, eine Aussiedlung in den Außenbereich kann Abhilfe schaffen. Strenge Abstandsregelungen bei empfindlichen Ökosystemen können aber auch hier eine Genehmigung erschweren. Mit der bevorstehenden Überarbeitung der TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) werden die Grenzwerte voraussichtlich noch weiter verschärft. Ist bisher noch eine Zusatzbelastung von 3 µg Ammoniak pro m³ Luft zulässig, so könnte dieser Wert künftig auf 1 µg Ammoniak gesenkt werden. Noch weitreichender wären allerdings die Folgen, wenn im Einzelfall die Stickstoff-Deposition zu berechnen ist. Dann könnten in manchen Fällen Abstände von einem Kilometer zu Ökosystemen mit einem besonderen Schutzstatus notwendig werden.
Laut Referenten ist es empfehlenswert, einen Standort mit Entwicklungsmöglichkeiten zu suchen und diesen gegenüber einer herannahenden Wohnbebauung zu schützen. Gleiches gilt für bereits existente Betriebsstätten.
Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
Frau Gutmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro referierte über die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), die seit 01.08.2017 gilt und durch die „Technische Regel für wassergefährdende Stoffe“ (TRwS) im Detail präzisiert wird. Demnach müssen Sickerwasserbehälter größer als 25 m³, Güllebehälter mit über 500 m³ und Fahrsilos bzw. Mistlager größer als 1000 m³ von einer zertifizierten Fachfirma errichtet und vor Inbetriebnahme durch einen Sachverständigen geprüft werden. Für künftig neue Güllebehälter ist ein Bodengutachten zu erstellen und eine Leckageerkennung einzubauen. Die Rohre müssen vollverschweißt und druckfest verlegt sein. Durch diese zusätzlichen Auflagen können bei Güllegruben Kostensteigerungen von 20 bis 30 % entstehen.
Ottmar Hurler vom AELF Wertingen leitete die anschließende Diskussion, bei der viele Detailfragen der bauwilligen Teilnehmer beantwortet werden konnten.
Dokumentenservice für Teilnehmer
Bis 13. April 2018 können Teilnehmer der Veranstaltung die Vorträge und Unterlagen herunterladen.