Rückblick
Bäuerinnentag 2018

Frauen im Veranstaltungssaal

Bäuerinnentag

Zum fünften Mal führten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen und Nördlingen zusammen mit dem Fachzentrum Rinderhaltung aus Mindelheim einen Bäuerinnentag durch. Etwa 70 Bäuerinnen begrüßte Kreisbäuerin Annett Jung im Januar 2018 im Gasthaus Krone in Bissingen.

Johannes Kraus vom Bildungszentrum Triesdorf in Mittelfranken ging im ersten Vortrag auf die ersten Monate im Leben eines Kalbes ein. Allerdings, so Kraus, spiele hierbei bereits die Trockenstehphase bzw. Anfütterungsphase des Muttertieres eine entscheidende Rolle, da das Kalb im Mutterleib mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt würde sowie der Grundstein für das Kalb gelegt werde: die Biestmilchproduktion.
Die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Kolostrum innerhalb der ersten Lebensstunden eines Kalbes sei das "A und O" für einen erfolgreichen Start in ein neues und gesundes Leben. Im Humanbereich lässt es sich hierüber streiten, stellt aber durchaus auch einen interessanten Aspekt dar.
Ad libitum-Tränke
Um das Kalb bereits in den ersten Wochen an das Leben als Milchkuh zu gewöhnen, sei die Ad libitum-Tränke das Mittel der Wahl, so die Aussage von Johannes Kraus. Besinne man sich zurück zur Natur, so stelle man fest, dass auch hier das Kalb die Milch zur freien Verfügung hat und die Ad libitum-Tränke somit dem artgerechten Verhalten entspricht.
Mehrere Studien belegen durch gesteigerte Tageszunahmen von 100 g eine Erhöhung der Milchleistung um 150 kg Milch in der 1. Laktation. Warum also als Landwirt nicht umdenken und dem Kalb in den ersten drei Wochen Milch zur freien Verfügung anbieten?!
Häufige Mängel bei CC-Kontrollen
Nach der Mittagspause führte Cordula Weeger von der Regierung von Schwaben den Bäuerinnen die unliebsame Aufgabe der CC-Kontrollen vor Augen, indem sie den Damen unter anderem die Hauptbeanstandungsgründe auf den landwirtschaftlichen Höfen darlegte. Nach ihrer Aussage waren das wie jedes Jahr: die Anbindehaltung bei Kälbern sowie das Beschäftigungsmaterial bei Schweinen. Im Bereich der Lebensmittelsicherheit würden die Sauberkeit der Milchkammer und die Dokumentation von Tierarzneien bemängelt.
"Nein" sagen will gelernt sein!
Am Nachmittag stellte jede der Bäuerinnen fest, dass "Nein" sagen bedeutet, gut für sich selbst zu sorgen. Katharina Auerswald aus Wiggensbach erklärte den Damen, dass sie zunächst herausfinden sollten, wo sich der "Knopf" befinde, der gedrückt werden müsse, dass Mann/Frau letztendlich doch wieder zu allem "Ja" sage. Nur so könne man bereits vorher das Warnsignal wahrnehmen und mit einem "Stop, langsam" nach gewollter Pause, wohlüberlegt "Nein" sagen.
"Man muss sein 'Nein' nicht begründen. Man muss sich dafür auch nicht entschuldigen. Es ist Dein gutes Recht!", bestärkte Auerswald die Bäuerinnen. Wenn man lügen wolle, um ein "Nein" zu begründen, so heißt es: Clever lügen! Zu guter Letzt gab die Referentin den Damen folgenden Tipp an die Hand: "Sei einzig, nicht artig!"
Bei Kaffee, Kuchen, angeregten Diskussionen und guten Gesprächen klang die gut besuchte Veranstaltung aus.