Bäuerinnentag 2019
Bäuerinnen brauchen auch Zeit für sich selbst

Frauen an Tischen in Veranstaltungssaal

Eine Kuh, die viel Milch geben soll, muss viel fressen und viel liegen. Dieses anschauliche Beispiel verdeutlichte, dass eine nachhaltig hohe Leistung nur durch die Balance zwischen Aktivität und Ruhe gewährleistet werden kann.

Zum sechsten Mal führten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen und Nördlingen mit dem Fachzentrum Rinderhaltung aus Mindelheim im Januar 2019 einen Bäuerinnentag durch - mit Erfolg: Etwa 80 Bäuerinnen begrüßte Kreisbäuerin Annett Jung zur Veranstaltung im Gasthaus Krone in Bissingen.
Vormittags wurde der Themenblock "Bäuerin sein und auch noch Zeit für mich haben" vertieft. "Homöopathie beim Kalb" war das Hauptthema des Nachmittags.
Bäuerin sein und auch noch Zeit für mich haben
In seinem Vortrag stellte Herr Miller die Wichtigkeit des eigenen Ichs heraus. Viele Bäuerinnen seien täglich darauf bedacht, dass es allen gut gehe. Beruf, Familie und Ehrenamt oder Freunde – jeder dieser Faktoren werde bis zur Erschöpfung bedient. Dabei funktioniere das System nur, wenn es der Bäuerin selber auch gut gehe. Das heißt nach Millers Aussage, es muss Zeit frei gehalten werden, in der sich die Bäuerin nur um sich selber kümmert. Und dies könne mit ganz banalen Sachen wie z. B. ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung, genügend Bewegung und klaren Zeitstrukturen geschehen. Um die Waage zwischen Familie, Beruf, Ehrenamt und des eigenen Ichs zu halten, müssten Zeitfresser so gut wie möglich eliminiert werden.
Johann Miller führt die 80/20-Regel (nicht alles muss 100 % perfekt sein) am Beispiel einer Torte für die Feierlichkeit des Schützenvereins auf: Eine Bäuerin kreiere in einer gewissen Zeit eine wunderbare Hausfrauentorte. Nochmal solange bräuchte die Frau, um daraus eine Konditortorte (mit entsprechenden Verzierungen) zu machen. Dabei schmecken nach seiner Aussage schlussendlich beide Torten gleich.
Ursula Lechl spricht in Mikrophon
Homöopathie beim Kalb
Am Nachmittag griff Ursula Lechl das Thema Homöopathie auf. Im Mittelpunkt stand diesmal die homöopathische Behandlung von Kälbern. Die Heilpraktikerin erklärte, welche Mittel bei welchen Krankheitsverläufen passen. Sie wies allerdings auch auf die Grenzen der Homöopathie hin und rief zur guten Zusammenarbeit zwischen Hoftierarzt, Landwirt und Heilpraktiker auf. Die homöopathische Behandlung von Nutztieren sei komplex. Ganz wichtig war es Lechl, den Satz "Hilft’s net – schad’s auch net" in das richtige Licht zu Rücken. Falsche oder unsachgemäße Anwendung von homöopathischen Mitteln könnten durchaus problematisch sein. Deshalb sei es wichtig, sich bewusst zu machen, was man tue.