Dem Borkenkäfer den Kampf ansagen

Die Experten sind sich einig: In diesem Jahr ist die Gefahr von Borkenkäferschäden im Wald besonders hoch.

Zu den bekannten Arten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ könnte zudem noch der so genannte „Nordische Borkenkäfer“ hinzukommen. Ob er bereits im Landkreis aktiv ist, soll mithilfe einer zusätzlichen Falle, die mit speziellen Lockstoffen bestückt ist, herausgefunden werden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen stellt zur Überwachung der Borkenkäfer jedes Jahr im April mehrere Käferfallen auf und überwacht die Aktivitäten regelmäßig bis zum Herbst.

In diesem Jahr erhöht das Forstamt aufgrund der großen Gefahr auch das Personal im Wald.

Durch zusätzliche Mittel des Freistaats Bayern konnte eine „Fachkraft für Borkenkäfermanagement“ eingestellt werden.
In der Zeit von April bis Ende August 2019 wird, zusätzlich zu den drei staatlichen Revierförstern Felicitas Lunzner (Revier Haunsheim), Stefan Stadlmayr (Revier Wertingen) und Hermann Rupp (Revier Unterliezheim), Andreas Schneider im gesamten Landkreis Dillingen tätig sein.
Herrn Schneiders Aufgabe besteht darin, die Waldbesitzer beim Kampf gegen die Schädlinge zu unterstützen. Er wird potenziell gefährdete Bereiche beobachten und Hinweisen von benachbarten Eigentümern und aus der Bevölkerung nachgehen. Auch soll er die Öffentlichkeitsarbeit des Forstamts unterstützen sowie Schulungen für Waldbesitzer organisieren, damit diese ihrer Pflicht zur Bekämpfung bestmöglich nachkommen können.

Was sind eigentlich die Plichten der Waldbesitzer bei der Borkenkäferbekämpfung?

Nach einer Anordnung der Regierung von Schwaben wurden alle Nadelwälder (auch Mischbestände) zu Befalls- bzw. Gefährdungsgebieten erklärt. Auch Grundstücke mit weniger als 500 Meter Abstand zu solchen Beständen, auf denen unentrindetes Nadelholz gelagert wird, zählen hierzu. Alle Grundstücksbesitzer, die davon betroffen sind, haben von April bis Ende September ihren Wald mindestens alle 4 Wochen zu kontrollieren. „Das ist scheinbar nicht allen Eigentümern bewusst“, sagt Marc Koch, Bereichsleiter Forst am AELF Wertingen.
Die Anordnung enthält auch eine „Meldepflicht“.
Das bedeutet, dass Waldbesitzer, die Befall bei sich im Wald (oder im Umfeld) festgestellt haben, dies unverzüglich beim Forstamt melden müssen.
„Jeder Eigentümer ist für seinen Wald selbst verantwortlich“, so Koch weiter. „Jeder muss sicherstellen, dass die Kontrollen regelmäßig durchgeführt werden und wenn Befall auftritt, müssen die Bäume sofort eingeschlagen und am besten mind. 500 Meter aus dem Wald rausgefahren werden. Dann spart man sich auch das Spritzen“.
Waldbesitzern, die das selbst nicht leisten können, rät Koch sich professionelle Hilfe zu holen
„Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse wie Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen bieten ihren Mitgliedern Unterstützung bei diesen Tätigkeiten. Auch mit privaten Dienstleistern kann man das vereinbaren.“

Was ist jetzt zu tun?

Aktuell zeigen die Bäume, in denen die Käfer überwintert haben, sichtbare Symptome
Die Krone wird trocken und die Rinde fällt ab, wie im Bild unten zu sehen ist.
Dazu kommen Sturm- und Schneebruchschäden aus dem Januar und den Stürmen im März, die noch nicht aufgearbeitet sind. „Das muss schnellst möglich aufgeräumt werden“, so Koch, „denn das Material ist fängisch und bietet reichlich Brutraum“. Im Umkreis dieser Schäden ist laut Experten bereits in der ersten Schwärmphase mit Stehendbefall zu rechnen.
Angesichts der hohen Zahl an Käfern aus dem Vorjahr ist mit einem starken und vor allem zeitlich komprimierten Ausflug der überwinternden Käfer zu rechnen. Der Hauptschwärmflug wird entsprechend der aktuellen Temperaturprognosen des Deutschen Wetterdienstes in der kommenden Woche einsetzen.
Alle Waldbesitzer sind aktuell aufgerufen, ihre Waldbestände zu kontrollieren.
Wird Borkenkäferbefall festgestellt, muss umgehend gehandelt werden. Durch die Stürme der letzten Wochen umgeworfene und gebrochene Fichten sind ein gefundenes Fressen für die kleinen Käfer. Alles Brutmaterial sollte restlos aus dem Wald entfernt werden.

In allen Fällen, in denen das Forstamt Käferbefall feststellt, werden die betroffenen Waldbesitzer schriftlich informiert. Sie erhalten zunächst Gelegenheit die Gefahr selbst zu beseitigen. Bei Untätigkeit wird die Behörde die Aufarbeitung organisieren und durchführen lassen bzw. ein Zwangsgeld verhängen. „Das kann für die Eigentümer richtig teuer werden, da würde ich lieber selbst aktiv werden.“ gibt Koch zu bedenken und fügt an „wir wünschen uns ein Jahr mit ausreichenden Niederschlägen und nicht zu hohe Temperaturen, aber das bleibt wohl ein Wunsch.“ Die aktuelle Gefährdungslage und Fangzahlen der am Monitoring beteiligten Fallen können jederzeit abgerufen werden.

Borkenkäferinfoportal Externer Link

Ansprechpartner

Felicitas Lunzner
AELF Wertingen
Hauptstraße 29
89437 Haunsheim
Telefon: 09072 9220272
Mobil: 0172 2012633
Fax: 09072 9220273
E-Mail: poststelle@aelf-wt.bayern.de
Hermann Rupp
AELF Wertingen
Pfarrer-Bartl-Str. 9
89440 Unterliezheim
Telefon: 09089 206
Mobil: 0172/8217332
Fax: 09089/969532
E-Mail: poststelle@aelf-wt.bayern.de
Stefan Stadlmayr
AELF Wertingen
Landrat-Anton-Rauch-Platz 2
86637 Wertingen
Telefon: 08272 8006-141
Mobil: 0174/3354751
Fax: 08272/8006149
E-Mail: poststelle@aelf-wt.bayern.de