Waldschutz
Heißer Sommer für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer

Rotfärbung - beginnend

"Wer Fichten hat, der muss Borkenkäfer suchen und bekämpfen" – Eine ebenso einfache wie richtige Weisheit.

Als Waldbesitzerin und Waldbesitzer ist man zur Bekämpfung der Schädlinge im eigenen Wald verpflichtet. Sofern man sich selbst darum kümmert, stellt sich oft die Frage: "Wie geht das eigentlich und wie sollte ich dabei vorgehen?"

Hierzu eine Praxis-Anleitung der Bayerischen Forstverwaltung:

Befallsmerkmale
Bäume die schon mehrere Tage (bis zu wenigen Wochen) befallen sind, zeichnen sichtbar! Die Kronen werden zunehmend rot, da Nadeln vertrocknen (s. Bild 1). Die Rinde wird im oberen und mittleren Stammbereich häufig von Spechten abgeschlagen, selbst wenn die Krone noch grün ist (s. Bild 2 + 2a). Seltener werden die Kronen licht und schütter und erscheinen grau, da grüne Nadeln abfallen. Diese bedecken dann den Boden um den befallenen Baum.
Käferentwicklung im Baum
In erfolgreich besiedelten Bäumen entwickeln sich die Eier in kurzer Zeit (bis zu 6 Wochen) zu Puppen (s. Bild 3). Durch den Fraß während der Entwicklungsphase (Brutbild) wird der Saftstrom des Baumes unterbrochen und er stirbt ab. Die Altkäfer verlassen den befallenen Baum bereits nach Anlage der sogenannten "Rammelkammer" (Männchen) und der Anlage der Muttergänge sowie Ablage der Eier (Weibchen). Die Altkäfer führen einen Regenerationsfraß durch und legen weitere Geschwisterbruten an. Bohrmehl findet sich nur während der Anlage der Rammelkammer und der Muttergänge.
"Wie weit sind die Brutbilder entwickelt?"
Bäume mit deutlichen Befallsmerkmalen müssen näher untersucht werden: "Wie weit sind die Brutbilder entwickelt?" Hierzu die Rinde an einigen Stellen abschälen und auch aufbrechen, da sich Jungkäfer in die Rinde hineinfressen bevor sie sich aus dem Baum "herausbohren" (s. Bilder 4 bis 6). Schauen sie gezielt auch nach Ausbohrlöchern (s. Bild 7). Wenn diese vorhanden sind, besteht Gefahr, dass bereits weitere Fichten im Umfeld "angegriffen" wurden.
Was ist zu tun, wenn Befall da ist?
Befallene Bäume müssen so schnell wie möglich entfernt werden. Um nicht spritzen zu müssen, sollte das eingeschlagene Fichtenholz mind. 500 m entfernt vom nächsten Nadelholzbestand gelagert werden (s. Bilder 8 + 9). Dann kontrollieren Sie die Nachbarbäume (Bohrmehlsuche s. Bilder 10 bis 14). Die Suche muss vom Boden aus an jedem einzelnen Baum erfolgen und sollte erst beendet werden, wenn mind. zwei Baumreihen ohne Befall festgestellt wurden.
Wiederholen Sie die Kontrolle in der "heißen Phase" von Mitte April bis September einmal wöchentlich!
Verpflichtung zur Bekämpfung
Falls Sie sich nicht selbst darum kümmern können, beauftragen Sie jemanden! Denn: Überwachung und Bekämpfung der Borkenkäfer sind gesetzliche Pflichten des Waldbesitzers. Versäumnisse führen nicht nur zu handfesten Schäden im eigenen Wald oder im Wald der Nachbarn. Sie können auch hoheitliche Zwangsmaßnahmen (bis zur Ersatzvornahme) sowie Bußgelder auslösen. Hinzu kommen gegebenenfalls zivilrechtliche Schadensersatzforderungen geschädigter Nachbarn.

Beratung

Beratung zu diesem Thema erhalten Sie beim zuständigen Revierförster – auch zum Thema Wiederbewaldung nach einem Käferschaden. Ihre zuständige Försterin bzw. Ihren zuständigen Förster im Landkreis Dillingen finden Sie hier:

Ansprechpartner und Gemeindezuständigkeit

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zum Borkenkäfer und zur aktuellen Gefährdungslage in Bayern erhalten Sie unter

Borkenkäferinfoportal - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

Fichten

Bild 1

Fichten

Bild 2

Rinde

Bild 2 a

Fraßgänge in Rinde

Bild 3

Käfer

Bild 4

Fraß in Rinde

Bild 5

Jungkäfer in Rinde

Bild 6

Ausbohrlöcher

Bild 7

Rückezüge

Bild 8

Wiese

Bild 9

Bohrmehl

Bild 10

Bohrmehl

Bild 11

Bohrmehl

Bild 12

Blätter vor Baumstamm

Bild 13

Bohrmehl

Bild 14