Fachtagung am 26. Oktober 2017
Kinderernährung in Bewegung - ein Blick über den Tellerrand

Kind hält Mann in Küche hölzernen Kochlöffel in den Mund

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Die Tagung des Fachzentrums für Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung am 26. Oktober 2017 in Augsburg geht unter dem Motto "Kinderernährung in Bewegung – ein Blick über den Tellerrand" auf Fragen der eigenen Ernährungsbiografie sowie speziell auf die Rolle der Väter für die Ernährungserziehung ein.

Die Erzieherinnen und Erzieher, Fach- und Führungskräfte in Betreuungseinrichtungen sind genauso wie junge Eltern selbst oftmals mit Ernährungsfragen konfrontiert. Junge Eltern und Familien fragen sich nicht selten: Was ist das Beste für unser Kind? Ernährungsempfehlungen sind unbestritten wichtig. Entscheidend ist jedoch, was sich davon umsetzen lässt. Die Fachtagung gibt Anregungen und ist ein Forum zum Erfahrungsaustausch.

Veranstaltungsort
Haus Sankt Ulrich
Kappelberg 1
86150 Augsburg
Internet: www.haus-st-ulrich.de Externer Link

Programm

  • 09:30 Uhr - Eröffnung und Grußworte
    • Wolfgang Sailer, Behördenleiter, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF Augsburg)
    • Dr. Malte Rubach, Bayer. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • 09:45 Uhr - Aktuelles aus Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung Schwaben
    • Tina Gareis, Projektmanagerin Ernährungsbildung, AELF Augsburg
  • 10:00 Uhr - "Ach, das liegt bei uns in der Familie ..." – die biografische Dimension der Ernährung
    • Dr. Ute Zocher, Dipl. Pädagogin, Gesundheitsförderung, system. Familienmediatorin, Heidelberg/Rom
  • 11:00 Uhr - Bewegungspause
  • 11:15 Uhr - Vom Ernährer zum Erzieher zur Bindungsperson – Rolle der Väter für ihre Kinder und Familie
    • Dr. Andreas Eickhorst, Dipl. Psychologe, Deutsches Jugendinstitut, München
  • 12:15 - Mittagspause
  • 13:15 Uhr - Foren
    • 1. Durchgang
  • 14:15 Uhr - Kaffeepause
  • 14:45 Uhr - Foren
    • 2. Durchgang
  • 15:45 Uhr - Auf 5 Minuten
    • Kurzfassung aus den Foren
  • 16 Uhr - Ende der Veranstaltung

Foren

Sie können an zwei Foren teilnehmen, bitte geben Sie Ihren Wunsch bei der Anmeldung mit an!
Forum 1 - Parmesan und Kapern schon mit einem Jahr?!
Im Forum werden biografische Übungen zum Thema Essen und Ernähren erprobt und anschließend gemeinsam diskutiert: Wie erlebe ich selbst Biografiearbeit? Wie ändert dieser Blick meine Perspektive auf die Arbeit mit jungen Eltern? Was hat mich überrascht?
Dr. Ute Zocher, Rom
Forum 2 - Väter motivieren!? – Ideen und Methoden zur Einbeziehung von Vätern in die Familienbildung
Wie bzw. mit welchen Maßnahmen kann vätersensible Familienbildung gelingen? Welche Hürden gilt es dabei zu meistern? Das Forum beschäftigt sich mit ganz praktischen Fragen und dem bestmöglichen Weg zur Einbindung und Aktivierung von Vätern über die Grenzen des traditionellen Rollenbildes hinaus.
Dr. Andreas Eickhorst, München
Forum 3 - Spaß an Bewegung – von Anfang an, ein Leben lang!
Die Lust und Freude an einem „gesunden und bewegten Lebensstil“ sollte in allen Settings – in der Familie, in der Kinderkrippe, in der Kita – und von allen Beteiligten vermittelt und ein solcher auch tatsächlich auch täglich gelebt werden. Das ist im Alltag gerade, was die körperliche Aktivität angeht, oft gar nicht so einfach; manchmal fehlt es an Motivation, Raum, Zeit, oder auch am Verständnis und kulturelle Unterschiede in der Bewegungssozialisation sind spürbar. Zunächst werden die wichtigsten Erfolgs-, aber auch Hemmfaktoren für einen „bewegten Lebensstil“ ein ganzes Leben lang skizziert. Im Praxisteil stellen wir Ihnen spaßvolle und motivierende Bewegungsanregungen vor, die in den Familienalltag integriert werden können.
Ines Eisenbarth, Dipl. Sportökonomin, Dorfen
Anmeldung
Die Anmeldung ist bis zum 15.10.2017 mit anhängendem Anmeldeabschnitt per E-Mail, Fax oder Post möglich. Der Tagungsbeitrag beträgt 25 Euro.
Anfahrt

Anfahrt

Wir empfehlen Ihnen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da im Zentrum von Augsburg kaum Parkplätze zur Verfügung stehen. Ab Hauptbahnhof sind es mit der Straßenbahnlinie 3 in Richtung Haunstetten West nur zwei Stationen bis zum Theodor- Heuss-Platz. Von dort sind es noch 5 Minuten zu Fuß bis zum Haus Sankt Ulrich.

Park & Ride mit den Augsburger Stadtwerken Externer Link

Parken

Das Haus Sankt Ulrich hat eine kleine Tiefgarage, die nicht genügend Platz für alle Teilnehmer bietet.
Wir empfehlen deswegen, auf das Parkhaus der City Galerie auszuweichen. Dort stehen Ihnen 2000 kostengünstige Parkplätze direkt am Center zur Verfügung. Einfahrt über Jakoberwallstraße oder Amagasaki-Allee möglich. Von dort sind es ca. 15 Minuten zu Fuß bis zum Haus Sankt Ulrich.

Ansprechpartnerinnen

Alexandra Hiebl
AELF Augsburg
Bismarckstraße 62
86391 Stadtbergen
Telefon: +49 821 43002-138
Fax: 0821/43002-111
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de
Tina Gareis
AELF Augsburg
Bismarckstraße 62
86391 Stadtbergen
Telefon: +49 821 43002-135
Fax: 0821/43002-111
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de

Rückblick

Fachtagung 2016

Kinderernährung in Bewegung - Herausforderungen und Chancen
Die Fachtagung fand am 20. Oktober 2016 in Augsburg unter dem Thema "Kinderernährung in Bewegung – Herausforderungen und Chancen" statt. Das Motto beschreibt die Situation in den Familien und in Kinderbetreuungseinrichtungen: Junge Eltern, Verantwortliche in Kitas und nicht zuletzt die Ernährungsfachkräfte sind oft mit widersprüchlichen Empfehlungen zur Ernährung konfrontiert. In vielen Regionen Bayerns kommt hinzu, dass Familien aus anderen Kulturen bei uns eine neue Heimat suchen. Wir erleben in der Kita wie auch in anderen Lebensbereichen ein sich schnell veränderndes Umfeld. Damit ergeben sich neue Fragen, aber auch neue Wege für den alltäglichen Umgang mit Ernährung und Bewegung im Kindesalter.

Kindergesundheit im Fokus: Mythen, Wirklichkeit und Motivation

Es gibt viele Fragen, Vorurteile und Mythen rund um das Thema Kinderernährung und Bewegung. Die Referentin Vanessa De Bock griff drei Mythen im Bereich Kinderernährung und -bewegung auf:
  1. Bayerns Kinder werden immer dicker,
  2. Bayerns Kinder bewegen sich viel weniger als früher und
  3. dicke Kinder – dicke Erwachsene.
Vanessa De Bock, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG)Zoombild vorhanden

Vanessa De Bock, ZPG

Zu Mythos 1 - Bayerns Kinder werden immer dicker
Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) gelten etwa sechs Prozent der 3- bis 17-jährigen in Deutschland als adipös. Dabei stieg die Rate der adipösen Kinder in allen Altersstufen an (Kindergesundheitsbericht Bayern, 2015). Die Untersuchung aus dem Jahr 2010/2011 des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ermittelte einen starken Anstieg von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen im Einschulungsalter in den 1980er und 1990er Jahren, bis hin zum Jahr 2011 aber eine Stagnation beziehungsweise sogar einen leichten Rückgang. Allerdings erhöhte sich in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen in dem angesprochenen Zeitraum der Anteil der Übergewichtigen um 50 Prozent. Auch wurde ein deutliches Nordost-Südwest-Gefälle sichtbar, das sozioökonomische Ursachen hat.
Zu Mythos 2 - Bayerns Kinder bewegen sich viel weniger als früher
Laut dem deutschen Kinder- und Jugendsportbericht von 2015 treiben 77,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen Sport, wobei die Antworten auf geringe sportliche Intensität hindeuteten. Allerdings wird die WHO-Empfehlung für diese Altersgruppe, einmal pro Tag mindestens 60 Minuten körperlich aktiv zu sein, nur bei 27,5 Prozent eingehalten.
Alarmierend ist der Fitnesszustand von Kindern und Jugendlichen, denn zur Jahrtausendwende blieben mehr als die Hälfte der Grundschüler in ihrer Koordinationsfähigkeit unter der Norm. Auch hier fällt ein sozialer Gradient zuungunsten der Kinder und Jugendlichen mit niedrigem sozioökonomischen Status auf.
Zu Mythos 3 - dicke Kinder – dicke Erwachsene
Die kritische Lebensphase zur Entwicklung von Übergewicht liegt bei jungen Kindern im Einschulungsalter. Stellt man im Vorschulalter Übergewicht fest, bildet es sich in mehr als der Hälfte der Fälle zurück. Anders im Grundschulalter, hier manifestiert sich Übergewicht in mehr als 50 Prozent der Fälle. Das heißt, bei Schulbeginn sollten gezielt Maßnahmen zur Reduzierung des Übergewichts ergriffen werden.
Sollte sich beim Verhalten der Kinder und Jugendlichen etwas ändern, muss das auch vom Einzelnen gewollt sein und zu einem aktuellen Thema werden. Die Verhaltensänderung muss über einen längeren Zeitraum erfolgen und vom sozialen Umfeld auch unterstützt werden.
Um Verhaltensmodifikationen bei Kindern zu erreichen, sollte man beachten, dass "Spaß" für Kinder und Jugendliche eine zentrale Bedeutung hat. "Gesund" wird eher mit "langweilig" oder "schmeckt nicht" assoziiert.

Risikofaktor Migrationshintergrund: Einfluss auf Kinderernährung und -bewegung

Dr. Ayse CicekZoombild vorhanden

Dr. Ayse Cicek

In Deutschland hat gemäß dem Mikrozensus jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund. Viele Familien sind gut in der Gesellschaft integriert. Aber es gibt immer noch Kinder, deren Eltern über die medizinische Versorgung in Deutschland nicht ausreichend aufgeklärt sind. Sie leiden unter Versorgungsmangel, der mit wenig Aufwand behoben werden könnte.
Langzeitstudien des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) weisen nach, dass Kinder mit Migrationshintergrund häufiger übergewichtig sind. Das festigt die These, dass migrationsbedingte und kulturspezifische Faktoren Krankheitsrisiken verstärken oder auch kompensieren. Schuleingangsuntersuchungen in Berlin zeigen, dass Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit zu ca. elf Prozent, mit türkischer zu ca. 23 Prozent und anderer Nationalität zu ca. 15 Prozent adipös sind.
Gesundheitliche Gefährdungen für Kinder mit Migrationshintergrund zeigen sich signifikant häufiger in den Bereichen Infektionskrankheiten, Übergewicht/Adipositas, Ernährungs- und Mundgesundheitsverhalten, bei gleichzeitig geringerer Inanspruchnahme von Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen. Insbesondere zählen Kinder aus der Türkei und den arabisch-islamischen Ländern mit Abstand am häufigsten zu den sozial schwächeren Schichten und zeigen den geringsten Grad an sozialer Einbindung. Ein niedriger soziökonomischer Status korreliert hier mit einem erhöhten Krankheitsrisiko.
Die Ergebnisse der KiGGS-Studie deuten auf die Erhaltung der gesundheitsfördernden (kulturellen) und migrationsspezifischen Ressourcen hin. Beispielsweise verändern eine längere Aufenthaltsdauer bzw. die Zugehörigkeit zur zweiten oder dritten Einwanderergeneration den Lebensstil. Ihn prägen zunehmend ungünstigere und vor allem ungesündere Verhaltensmuster. Daher gelte es, gesundheitsfördernde und sozialpolitisch darauf einzuwirken, die die gesundheitlichen Lage der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zu verbessern. Ein Ansatz ist, Aktivitäten im Bereichen Gesundheitserziehung, -vorsorge und Wissensvermittlung zu initiieren und intensivieren.

Foren

Forum 1: Gesundheitsförderung im Dialog – Anregungen für junge Familien mit Migrationshintergrund
Wie kann Integration im Bereich Ernährung, Bewegung und Gesundheit gelingen?
Welche Ressourcen, Herangehensweisen und Hindernisse, präventive Angebote wahrzunehmen, gibt es?
Gesundheitsmediatorinnen des MiMi-Projekts („Mit Migranten für Migranten - Interkulturelle Gesundheit in Bayern“) diskutierten diese Fragen mit den Teilnehmern.
(Yesmin Färber, Gesundheitsmediatorin MiMi-Projekt, Augsburg)
Gesundheitsmediatorinnen Yesmin Färber (rechts) und Eser Özal, MiMi-Projekt Augsburg

MiMi-Projekt Augsburg

aid-Ernährungspyramide

aid-Ernährungspyramide

Forum 2: „Ganz wie die Eltern“ – gemeinsam für ein bewegtes (Kinder-)Leben!
Körperliche Aktivität ist wichtig für eine gesunde Entwicklung. Dabei ist auch die Vorbildfunktion der Eltern prägend. Die Teilnehmer erarbeiteten anhand praktischer Beispiele, wie sie Eltern und Kinder motivieren und anleiten können, ihr Bewegungsverhalten zu verändern. Kulturelle Besonderheiten fliossen mit ein.
(Dr. Robert Jaeschke, Sportwissenschaftler, Rehaklinik für Kinder und Jugendliche, Fachkliniken Wangen)
Dr. Robert Jaeschke

Dr. Robert Jaeschke

Lösungsansätze

Lösungsansätze

Ergebnisse

Ergebnisse

Forum 3: Kindermilch und Quetschbeutel – ein Marktüberblick
Viele Lebensmittel für Babys und Kleinkinder sind "ergänzt mit" oder "frei von". Weitere Produkte versprechen Snack-Spaß oder suggerieren Eltern auf andere Weise gesundheitlichen Mehrwert. Multiplikatoren brauchen in der praktischen Elternarbeit Kenntnisse der aktuellen Sortimente. Ein Querschnitt wurde vorgestellt und gemeinsam bewertet.
(Sonja Osiander, Dipl. Oecotrophologin, Pleinfeld)
Sonja Osiander

Sonja Osiander

Vielfalt der Produkte

Vielfalt

Selbstversuch

Selbstversuch

Verwunderung

Verwunderung

Impressionen

Anmeldung

Empfang

Anmeldung

Anmeldung

Austausch unter Kollegen

Austausch

Vernetzung

Vernetzung

Begrüßung

Begrüßung

Vortrag von Frau Häring

Vortrag

Dank an Vanessa de Bock

Vanessa de Bock

Bewegungspause

Bewegungs- pause

Dr. Ayse Cicek

Dr. Ayse Cicek

Dank an Dr. Ayse Cicek

Danke

Mittagspause

Mittagspause

Referenten

Referenten