Schnuppertag am Dienstag, 19. März 2019
Im Haushalt Zeit und überflüssige Arbeit sparen

Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft in Teilzeitform läuft von September 2019 bis Mai 2021 und lehrt, einen Haushalt fachkundig zu führen – egal ob für die eigene Familie oder beruflich. Der Schnuppertag dazu findet am Dienstag, 19. März 2019, von 8.30 bis 14.30 Uhr in der Landwirtschaftsschule Wertingen, Abteilung Hauswirtschaft, statt.

Kleja Helmer und Jessica Kinzel erzählen warum sie noch mal die Schulbank drücken.
Gedeckter Tisch mit gefalteten Servietten auf Tellern und Blumen auf Holzstamm
Schulaufgabe in Tischkultur und Service
105 Minuten hatten sie Zeit, um den Tisch festlich zu dekorieren und außerdem noch zwei Hemden, eine Hose, zwei T-Shirts und fünf Geschirrtücher zu bügeln und schrankfertig zu legen. Das war die Anforderung bei der Praxisschulaufgabe im Fach Tischkultur und Service, die Kleja Helmer aus Donauwörth, Jessica Kinzel aus Hirschbach und ihre Mitschülerinnen
ohne Schwierigkeiten gemeistert haben. Immerhin stehen die Studierenden kurz vor ihrer Abschlussprüfung des einsemestrigen Studiengangs Hauswirtschaft in Teilzeitform an der Abteilung Hauswirtschaft in der Wertinger Landwirtschaftsschule.
Abschluss eröffnet Chancen
Inzwischen kennen sie die Arbeitsabläufe, auch beim Kochen, Putzen, bei der Gartenarbeit. Sie wissen, wie sie sich Zeit und zusätzliche Arbeit sparen. Bald haben sie eine zweite Berufsausbildung in der Tasche und können in diesem Bereich arbeiten und auch nach Tarif bezahlt werden. Das ist bei Kleja Helmer der Grund, noch mal die Schulbank zu drücken. Sie ist Lehrerin, arbeitet jedoch in Donauwörth 20 Stunden pro Woche in der Küche des Awo-Kinderhauses und erzählt: "Der Chef hat mir angeboten, als Leitung zu arbeiten." Ihre Vorgesetzte ist geprüfte Hauswirtschafterin und verdient deshalb wesentlich mehr als sie selbst. Nun hat die 48-Jährige die Möglichkeit, nicht nur mehr Verantwortung zu übernehmen, sondern auch in finanzieller Hinsicht aufzuschließen, denn: "Die staatlich geprüfte Hauswirtschafterin hol’ ich mir auf diesem Weg ebenfalls." Diese Prüfung können die Absolventinnen wenige Wochen nach dem Abschluss an der Wertinger Landwirtschaftsschule ablegen. Ihr Mann unterstütze sie, damit daheim, auch mit ihren beiden 13-jährigen Buben, den Zwillingen, alles rund läuft: "Wenn ich lernen muss, macht er." Dabei fiel es ihr anfangs gar nicht so leicht, das Gelernte wiederzugeben. "Aber jetzt macht es Spaß, ich lerne gerne."
Kleja Helmer und Jessica Kinzel

Kleja Helmer und Jessica Kinzel

Lust auf Ausbildung
Für ihre berufliche Laufbahn braucht Jessica Kinzel keine Weiterbildung dieser Art, die 25-Jährige ist Heilerziehungspflegerin im Dominikus-Ringeisen-Werk in Kloster Holzen. Ihr Freund hat eine Landwirtschaft und er hatte vor zwei Jahren auch die Einladung zum Schnuppertag in der Post. Der wiederum machte ihr Lust auf die Ausbildung. Daraufhin fragte sie ihre Gruppenleiterin, ob die Anpassung ihrer Arbeitszeit an den Unterricht in Ordnung sei. Seit Beginn übernimmt sie meist donnerstags nach den vier Stunden an der Schule die Nachmittagsschicht. Am Wochenende arbeitet sie mehr, um den Dienstag auszugleichen, wo acht Stunden Unterricht die Studierenden fordern. Sie schmunzelt, als sie weitererzählt: "Jetzt bin ich unverhofft Gruppenleiterin geworden – und es geht."
Erfolgsquote liegt bei 99 %
Der bisherige Verlauf des Studiengangs veranlasst die Schulleiterin, Dr. Cornelia Stadlmayr, zu sagen: "Die Frauen bringen alle Vorwissen mit und werden sich in der Hauswirtschaftsprüfung leichter tun als diejenigen, die direkt nach der Schule die Ausbildung machen." In den fünf Studiengängen von 2008 bis 2018 haben in Wertingen 83 Studierende die Hauswirtschaftsschule besucht. 77 davon, so die Schulleiterin, haben die Hauswirtschaftsprüfung mit 99-prozentiger Erfolgsquote absolviert.
Doch Cornelia Stadlmayr weiß auch, dass es wichtig ist, dass sich die Frauen während der Zeit der Ausbildung die nötige Auszeit nehmen können, um sich um sich selbst zu kümmern. Sie freut sich, dass die Gruppe gut harmoniert und kann sich gut vorstellen, dass sich, wie bei früheren Jahrgängen, Freundschaften bilden, die oft ein Leben lang halten. Kleja Helmer bestätigt: "Freundschaften sind entstanden, diese Erfahrung möchte ich nicht missen."
Bericht von Brigitte Bunk, Wertinger Zeitung