Schnuppertag in der Abteilung Hauswirtschaft
Hauswirtschafterinnen zu Gast am runden Tisch

Schnuppertag

Am 19. März 2019 konnten Interessenten Schule, Lehrkräfte und Unterricht in der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, kennenlernen. Erstmals fand auch eine Gesprächsrunde mit ehemaligen Studierenden am runden Tisch statt. Zwei Hauswirtschafterinnen und zwei Hauswirtschaftsmeisterinnen beantworteten die Fragen zu ihrer Ausbildung und Tätigkeit.

Hauswirtschaftliche Fachkräfte sind gefragt - in privaten und gehobenen Haushalten oder in Großbetrieben wie Hotels oder Betreuungseinrichtungen und in landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalten. Auch für den Weg in die Selbständigkeit ist die hauswirtschaftliche Grundbildung von Vorteil.
Neuer Studiengang im September 2019
Die Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, beginnt im September 2019 mit einem neuen Semester. Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft in Teilzeitform dauert bis Mai 2021 und lehrt einen Haushalt fachkundig zu führen – egal, ob für die eigene Familie oder für ein Einkommen mit hauswirtschaftlichen Kompetenzen. Es können 20 Studierende aufgenommen werden.

Eine Ausbildung, unzählige Wege

Viel haben sie gelernt, beim einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft, da waren sich die vier Absolventinnen beim Schnuppertag an der Wertinger Landwirtschaftsschule einig. Alle vier kamen aus unterschiedlichen Lebenssituationen, hatten bereits eine Ausbildung samt Berufserfahrung in der Tasche, trafen sich dann zwei Jahre lang regelmäßig dienstags und donnerstags und lernten von der Pike auf, welche Arbeiten in Haus und Garten anfallen, wie sie fachgerecht organisiert und ausgeführt werden. Arbeits- und steuerrechtliche Themen standen ebenso auf dem Stundenplan wie Persönlichkeitsbildung.
Und wie sich ihr Berufsleben nach dem Abschluss entwickelt hat, erzählten die vier nicht nur Interessierten, die zum Schnuppertag gekommen waren, sondern auch den Studierenden, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen. Zuvor hatten diese wiederum den Frauen, die vielleicht ab September zum neuen Kurs gehören, gezeigt, wie die Ausbildung abläuft.

Anna Landes, Katharina Mair, Manuela Demharter und Tanja Ehinger berichten

Anna Landes aus Donauwörth, die vor vier Jahren ihren Abschluss in Wertingen gemacht hat, ist inzwischen in die Leitung des Hofladens Landes eingebunden. Die 28-Jährige erinnert sich: "Alle waren Meister, ich Bürokauffrau. Ich wollte mitreden können." So hat sie nach der Ausbildung in Wertingen noch die Meisterschule erfolgreich abgeschlossen. Für die 70 Unterrichtstage fuhr sie zusammen mit Katharina Mair aus Riedsend einmal pro Woche zur Meisterschule in Landsberg am Lech. Die 39-Jährige wiederum arbeitet weiterhin als Krankenschwester und hat 2017 ihren eigenen Partyservice gegründet.
Viel Theorie wurde ihnen bei der Meisterausbildung vermittelt, erzählen sie, dabei geht es vor allem um Planung und Koordinierung. Anna Landes schmunzelt, als sie sagt: "Ich habe oft den Ordner der Wertinger Schule mitgenommen, weil wir vieles, was ich gebraucht habe, hier schon gelernt haben." Katharina Mair bestätigt: "Wir waren gut vorbereitet, das haben wir an den Kolleginnen gesehen."
Manuela Demharter aus Steinheim hat inzwischen die Hauswirtschaftsleitung in einem gehobenen Privathaushalt inne. Die Aufgaben der 52-Jährigen ähneln denen im eigenen Haushalt, meint sie. Dazu gehört unter anderem der 14-tägliche Einkauf von Lebensmitteln, die Einteilung der Kollegen, die Absprache mit Handwerkern und dem Gärtner samt den zugehörigen Abrechnungen. Sie sagt: "Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, bis ich den Blick für das Große und Ganze hatte." Auch ohne Meisterprüfung kann sie diese anspruchsvollen Aufgaben stemmen.
Tanja Ehinger aus Emersacker dagegen ist die Wissensvermittlung ein Herzensanliegen. Deshalb bietet die 41-Jährige Kurse im Netzwerk "Junge Eltern/Familie mit Kindern bis drei Jahren" an. Eine größere Vision: ein Crashkurs für junge Leute – "überleben im Haushalt". Eines ist ihr wichtig zu ergänzen: "Durch den Einblick in die Landwirtschaft habe ich viel gelernt, eine richtige Allgemeinbildung bekommen." Deshalb könne sie heute bei "Stammtischgesprächen" mit Argumenten absolut dagegenhalten.

Bildungsberaterin berichtet über Fortbildungsmöglichkeiten

Bei der Frage nach dem Verdienst verweist Bildungsberaterin Siglinde Ballis auf den Durchschnittsverdienst, der vom Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft veröffentlicht wurde. Allerdings betont sie: "Das Gehalt ist sehr oft Verhandlungssache." Ballis freut sich über die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten, die die Absolventinnen haben. Als Meisterin, Dorfhelferin, Technikerin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement oder Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung könnten sie zum Beispiel arbeiten. Ihr Fazit: "Der Beruf beginnt mit der Hauswirtschaft und öffnet sich dann in unzählige Richtungen."

Bilder vom Schnuppertag

Bericht: Brigitte Bunk, Wertinger Zeitung
Bilder: Patrizia Schallert