Tipps aus der Abteilung Hauswirtschaft
So backen Sie Plätzchen schneller

Plätzchen backen

Frauen lernen in der Teilzeitschule am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen rationelles Arbeiten. Altbewährte Techniken wie das Teigausrollen auf dem Backbrett sind nicht mehr zeitgemäß

Spätestens jetzt im Advent packt viele das Plätzchen-Fieber. Ohne Lebkuchen, Vanillekipferl, Butterloible oder Walnussplätzchen würde der Vorweihnachtszeit schließlich etwas Wesentliches fehlen. Da sind sich auch die Schülerinnen an diesem Donnerstagvormittag einig: „Plätzchen gehören einfach dazu.“ In der Schulküche am Wertinger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hält Monika Weber zunächst einen Vortrag über die Grundsätze der Weihnachtsbäckerei und über den am meisten verwendeten Mürbteig.
Eine gute Vorplanung sei ratsam, um Zeitdruck zu vermeiden. Die Zutaten sollten rechtzeitig eingekauft und ein genauer Zeitplan für die Herstellung einzelner Teigarten erstellt werden. Ein Honiglebkuchenteig darf bereits zwei bis vier Wochen vor Gebrauch hergestellt werden. Makronen aus Eiweißteig sollten am besten frisch zubereitet werden.
Meist gibt es Aha-Erlebnisse
Für die Schülerinnen, allesamt erwachsene Frauen mit Berufsausbildung, hört sich die Theorie noch einigermaßen bekannt an. Bei der praktischen Umsetzung zeigen sich dagegen erste Unterschiede. „Bei uns zu Hause wird das aber anders gemacht …“ Monika Weber kennt solche Aussagen aus ihrer langen Berufstätigkeit als Fachlehrerin. Seit 1996 unterrichtet sie an der Landwirtschaftsschule in Wertingen. „Manchmal lerne ich auch von meinen Schülerinnen“ , erzählt sie vom Austausch untereinander. Doch meistens sorgt sie mit ihren Vorführungen für Aha-Erlebnisse. Das schwere Holzbackbrett zum Auswalzen des Plätzchenteiges habe beispielsweise schon längst ausgedient, erzählt sie weiter. Viel zu viel Mehl werde bei der alten Methode verbraucht. Heute genügen zwei Frischhaltebeutel, zwischen denen der Teig ausgerollt wird und kaum klebt.
Webers Tipps:
- Wer früher mit dem Wiegemesser Zutaten wie Zitronat und Orangeat zerkleinert hat, dem sei geraten, einen Mixbecher zu benutzen und etwas Nüsse dazuzugeben. Der Aufwand beträgt nur einen Bruchteil des früheren. Für die Herstellung von Elisenlebkuchen spart man so viel kostbare Zeit.
- Die Technik des Spritzens hat sich die Fachfrau in der Industrie abgeschaut: Mit dem Spritzbeutel ohne Tülle werden in der Mitte flache Häufchen auf Oblaten gespritzt, das Ende jeweils mit einem Messer abgeschnitten und mit nassen Fingern geglättet.
- "Nehmen Sie die Plätzchen so wenig wie möglich in die Hand."
Gleichartige Arbeitsgänge zusammenlegen
Zeit gewinnt man außerdem durch die Zusammenlegung gleichartiger Arbeitsgänge. Bei der Herstellung von Spitzbuben lässt sich die Arbeitsweise sehr gut nachvollziehen. Nach dem Backen bleiben die Plätzchen auf dem Papier und werden dort weiterverarbeitet. Sonja Vesenmaier aus Steinheim hat im September die Ausbildung an der Wertinger Teilzeitschule begonnen.
Nach einem vorangegangenen Schnuppertag stand für sie fest, dass sie sich weiterqualifizieren will. Die 43-jährige Heilerziehungspflegerin kann die Schule gut mit dem Beruf vereinbaren. "In dieser kurzen Zeit habe ich ganz viel gelernt und wertvolle Haushaltstipps erhalten", schwärmt sie vom Unterrichtsangebot, das neben Kochen und Backen noch Textilarbeit, Gartenbau und Berufspädagogik einschließt.
Mit 19 Jahren ist Katharina Röger aus Schretzheim die Jüngste in der Gruppe. Die gelernte Landwirtin erhofft sich mit der zusätzlichen Ausbildung für die Zukunft gewappnet zu sein. Zuhause arbeitet sie in der Schweinezucht und im Hofladen mit. „Bei uns gibt es viel zu tun, da muss man mittags schnell mal was zaubern können und auf den Tisch bringen.
In der Küche rationell arbeiten, das ist das Ziel
In der Küche rationell arbeiten zu können, das ist das Ziel der Ausbildung an der Teilzeitschule, die eineinhalb Jahre dauert. Am Ende erhalten die Schülerinnen den Titel „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ – ein Beruf, der im Dienstleistungssektor immer mehr gefragt ist.
Kerstin Sauer, die 39-jährige Arzthelferin aus Pessenburgheim bei Rain am Lech, hat noch keine Pläne, was sie mit der Ausbildung anfangen will: "Das lasse ich auf mich zukommen. Ich möchte jedenfalls so viel wie möglich an Erfahrungen mitnehmen."
Bericht und Bilder: Bärbel Schön, Wertinger Zeitung