Ausbildung im Beruf Hauswirtschaft
Angehende Hauswirtschafterin erzählt von ihrem Traumberuf

In Höchstädt fand am 24. Februar 2018 die Berufsinformationsmesse Fit for Job statt. Dort informierten zahlreiche Aussteller über Berufsbilder, Ausbildungsmöglichkeiten und Angebote zu dualen Studiengängen, darunter auch Lena Hank aus Nerenstetten (Baden-Württemberg).

Die 22-Jährige vertrat die Sparte der Hauswirtschaft. Zurzeit befindet sie sich in ihrem dritten Ausbildungsjahr zur Hauswirtschafterin und hat damit ihren Traumberuf gefunden.
Man muss flexibel sein
Los geht’s meist morgens um acht Uhr. Dann beginnt Hanks Tag im Ausbildungsbetrieb Schön-Lindenmayer in Medlingen. "Jeder Tag ist unterschiedlich", erzählt sie. "Ich hocke nicht vor dem Computer und arbeite einfach Aufträge ab." Zu ihren Aufgaben gehört alles, was den Haushalt betrifft. Hauspflege, Kochen, Vorratshaltung, Kinderbetreuung, aber auch Stall- und Gartenarbeit. Ihr sei vor allem diese tägliche Abwechslung im Beruf wichtig. Auch Ausbilderin Renate Schön bestätigt: "Man muss flexibel sein." Sieben bis acht Personen muss Lena Hank jeden Tag versorgen. Dabei übernimmt sie große Verantwortung. Für den Beruf brauche man viel Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit. "Auch ein selbstsicheres Auftreten ist sehr wichtig", erklärt die 22-Jährige. Man müsse auf Menschen zugehen und gut mit Kindern umgehen können.
Kindheitstraum verwirklichen
Nach ihrem Schulabschluss machte Hank zuerst eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin, doch das sei nie das Wahre gewesen. In ihrem Hinterkopf spukte ständig noch ein anderer Gedanke. "Als ich jünger war, war bei uns zu Hause ein paar Mal eine Hauswirtschafterin da, die mir von ihrem Beruf erzählt hat und was sie macht. Das ist mir seitdem im Gedächtnis geblieben", meint Hank. Also entschied sie sich um und folgte ihrem Kindheitstraum.
Wechsel von Theorie und Praxis
Die Ausbildung im dualen System dauert in der Regel drei Jahre. "Dual bedeutet, man ist immer drei bis vier Wochen im Betrieb und dann wieder eine Woche in der Berufsschule", erklärt die Auszubildende. Dadurch wird im Betrieb vor allem das praktische Können vermittelt und in der Schule die Theorie. Es gibt eine große Bandbreite an möglichen Ausbildungsbetrieben. Dazu zählen beispielsweise Gaststätten, Großküchen sowie Veranstaltungshäuser, Hotels, Krankenhäuser oder Alten- und Pflegeheime. Lena Hank hat sich für einen landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalt entschieden. "Ich wollte unbedingt auf einen Bauernhof mit Milchvieh, da ich schon als Kind öfter auf dem Hof mitgeholfen habe." Außerdem mache ihr die Arbeit mit Tieren sehr viel Spaß.
Wechsel der Betriebe möglich
Nach jedem Ausbildungsjahr besteht für den Azubi die Möglichkeit, den Betrieb zu wechseln. Hank sagt: "Es war mein Wunsch, so viel wie möglich zu sehen. Also habe ich nach jedem Jahr den Hof gewechselt, um mehr mitzukriegen." Auch Renate Schön findet, dass es ein Vorteil ist, wenn man die Ausbildung in einem Privathaushalt absolviert. "So kann ich, als Ausbilderin, viel persönlicher auf den Azubi eingehen als zum Beispiel in einer Großküche. Ich kann mein Wissen so nah wie möglich weitergeben."
Wider die Klischees
Leider gibt es immer weniger junge Leute, die sich für eine Ausbildung in diese Richtung entscheiden, "dabei werden händeringend Fachkräfte gesucht", sagt Renate Schön. Das läge wahrscheinlich daran, dass die meisten immer noch eine veraltete Vorstellung von dem Beruf haben. "Viele sagen, du lernst den Beruf Putzfrau, aber diese Leute schätzen das vollkommen falsch ein", meint Hank. "Denn es ist sehr anspruchsvoll. Man lernt viel über Ernährung oder auch Versorgungsmanagement."
Viele Weiterbildungsmöglichkeiten
Hinter der Ausbildung zur Hauswirtschafterin stecke großes Potenzial, meint Renate Schön. Im Gegensatz zu früher gäbe es heute viel mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. "Es hört nicht mit Kochen und Putzen auf", sagt Schön. Man werde auch auf das spätere Leben besser vorbereitet. "Man bringt viel mehr Erfahrung mit, wie man den Haushalt gut führen kann oder wenn man sich mal um die eigenen Kinder oder Eltern kümmern muss", erzählt Hank. Sie möchte nach ihrer Ausbildung erst mal als Betriebshelferin auf verschiedenen Höfen arbeiten und sich später wahrscheinlich zur Betriebswirtin weiterbilden.
Quelle Text und Bild: Undine Aninger, Donau-Zeitung Dillingen