Lehrkräfte stellen Apps vor
Haushaltshilfe in der Hosentasche

Die Digitalisierung schreitet auch in den eigenen vier Wänden fort. Die Art, wie Menschen leben, kochen und ihre Hausarbeit erledigen, verändert sich. Zum "Welttag der Hauswirtschaft" im Frühjahr 2018 testeten die Lehrkräfte der Abteilung Hauswirtschaft nützliche Apps und erklären, worauf man sich in Zukunft zuhause vorbereiten muss.

Mitdenkende Kühlschränke, Herde, Küchenwaagen, Toaster und Waschmaschinen, programmierbare Staubsauger, kluge Kaffeemaschinen mit perfekter Bohnenzubereitung. Beim beinahe automatisierten Heimbetrieb – kurz "Smart Home" – sind viele Systeme miteinander verbunden. Kleinprogramme zum Herunterladen gibt es auch als willkommene Unterstützung für die Arbeit in Haus und Garten, beim Einkaufen und sogar Notfällen. "Sie können das Alltagsleben erleichtern und uns helfen, die täglichen Herausforderungen zu meistern", urteilt Cornelia Stadlmayr, Schulleiterin der Abteilung Hauswirtschaft.
Angesichts der Fülle dieser elektronischen digitalen Begleiter halten sie und ihre Kolleginnen ein wachsames Auge auf das üppige Angebot: "Wir überprüfen jede Applikation, bevor wir sie im Unterricht einsetzen und ob sie in der Lehre unsere Ziele erfüllen." Und: "Dennoch kann so ein System das hauswirtschaftliche Wissen und Können nicht ersetzen, das von uns vermittelt wird."

Apps für den digitalen und den analogen Haushalt

Familie gesund ernährt
"Ich finde etwa die App-Trilogie für Schwangere und junge Familien zu den Themen gesunde Ernährung und Bewegung richtig gut!", meint die schwangere Theoriefachfrau Sigrid Scherzer. Sie sei so ansprechend, weil sie die Entwicklung ihres Babys wöchentlich verfolgen könne. "Außerdem kann ich ein Gewichtstagebuch führen, das für später eine nette Erinnerung sein könnte." Die Tipps seien leicht in die Praxis umzusetzen und steigerten die Vorfreude auf den Nachwuchs.
Nützlinge im Garten
Kerstin Kranzfelder stellt in Ihrem Hausgartenbau-Unterricht die Applikation über "Nützlinge im Garten" vor. "Wer einen neuen Gast im Garten entdeckt, kann ihn anhand der App leicht identifizieren." Hobbygärtner profitierten dabei von dem Bestimmungsschlüssel, um Schritt für Schritt zu festzustellen, welches Tier man vor sich habe. Dazu müsse nur die Anzahl der Beine eingegeben werden, um eine Übersicht der Tierarten zu erhalten. Anhand der Fotosuche könne man alle Nützlinge oder Schädlinge erkennen.
Beste Reste
Richtig toll findet Praxislehrkraft Elisabeth Decker die "Beste Reste"-App vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Denn jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, würde weggeworfen. Den Namen der übrig gebliebenen Ware einmal eingegeben, findet das Programm Rezepte für das Restegericht. "Diese Anwendung ist wirklich brauchbar, denn wenn ich nicht zum Einkaufen komme und noch restliche Lebensmittel im Kühlschrank lagern, suche ich nach entsprechenden Rezepten."
Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte
"Für meinen Unterricht Küchenpraxis stelle ich gerne den mobilen Einkaufsratgeber ‘Fische und Meeresfrüchte’ vom WWF vor", erklärt Monika Weber. Der helfe die richtige Wahl zu treffen, um guten Gewissens Fisch einkaufen zu können, beziehungsweise bestimmte Fische lieber zu meiden. Die Empfehlung lautet entweder "Gute Wahl", "Zweite Wahl" oder "Lieber nicht“". Mit dem Einkaufsverhalten könne jeder dazu beitragen, die Bestände vor Übernutzung der Meere zu schonen. Die App sei übersichtlich und leicht zu bedienen.
Vergiftungsunfälle bei Kindern
Vergiftungsunfälle bei Kindern seien lebensbedrohlich und bei Eltern gefürchtet, sagt Schulleiterin Cornelia Stadlmayr, die das Fach "Familie und Soziales" unterrichtet. Sie schwört auf das digitale Angebot des Bundesinstituts für Risikobewertung "Vergiftungsunfälle bei Kindern". "Das ist eine Hilfe für Eltern wie Betreuer, wenn es gilt, die richtige Entscheidung zu treffen." Dabei könne direkt aus dem Programm heraus der Giftnotruf abgesetzt werden. Dazu kämen Tipps zur Aufbewahrung von Haushaltsprodukten und Medikamenten.
Quelle Text: Günter Stauch Wertinger Zeitung