Berufsabschlussfeier Hauswirtschaft 2018
Mit Mut und Durchhaltevermögen

Ausbildungsabschluss für Hauswirtschafterinnen beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen: Viele strahlende Gesichter gab es im August 2018 auf der Berufsabschlussfeier der hauswirtschaftlichen Berufe in Wertingen.

Besonders erfreut zeigten sich die Bildungsberaterinnen Siglinde Ballis und Stephanie Kopold-Keis über die sehr guten Leistungen der Prüfungsteilnehmer/innen. "Alle haben die Abschlussprüfung bestanden", war die gute Nachricht des Abends. Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) ehrte die Besten mit Buchpreisen. Das beste Ergebnis bei den Hauswirtschafterinnen erzielte Johanna Hell aus Lauterbach, gefolgt von Julia Kobinger aus Mörslingen. Den 3. Platz belegte Verena Weng aus Nördlingen. Als beste Fachpraktikerin Hauswirtschaft beendete Jennifer Prieß aus Dillingen ihre Ausbildung.
Hauswirtschaft 4.0? Soweit ist es noch nicht, dass sich der gesamte Haushalt mit Apps über das Smartphone oder durch Roboter von selbst erledigt. Und solange das nicht so ist, wird es immer auch Arbeitsplätze für gut ausgebildete Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter geben. Darin waren sich die Ehrengäste auf der Berufsabschlussfeier des Berufsbildungsamts Wertingen einig, wie die von AELF-Chef Magnus Mayer moderierten Grußworte zeigten.
Alle Prüfungsteilnehmer haben bestanden
Begrüßt wurden die Berufsanfänger in Gottmannshofen von Dr. Cornelia Stadlmayr. "Aus eigener Erfahrung kenne ich das schöne Gefühl der Erleichterung, wenn man zu guter Letzt sein Zeugnis in der Hand hält und das ständige Lernen an den Wochenenden und den Abenden endlich vorbei ist", sagte die Leiterin des Sachgebiets Ernährung und Haushaltsleistungen am AELF Wertingen. Eine Ausbildung erfordere Mut, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, wie alle 68 Prüfungsteilnehmer bewiesen haben.
Facettenreich und bunt
Der Weg zum Beruf Hauswirtschaft oder zum Fachpraktiker Hauswirtschaft sei facettenreich und bunt. So lernten die Studierenden nicht nur betriebswirtschaftliches Denken, Kommunikations- und Teamfähigkeit, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und wertschätzendes Verhalten gegenüber anderen Menschen. Nachdem die Bedeutung der Hauswirtschaft immer mehr wachse, so Stadlmayr, müsse sie in der Gesellschaft als professioneller Beruf noch mehr verankert werden. Hauswirtschafterinnen und Fachpraktikerinnen Hauswirtschaft seien auf dem Arbeitsmarkt vielfältig einsetzbar. "Sie können sich also sicher sein, dass Sie sich einen gefragten Beruf mit Zukunft ausgesucht haben", meinte Stadlmayr.
Bedeutung der Hauswirtschaft
Anschließend befragte Behördenleiter Magnus Mayer vier Vertreter des bäuerlichen Berufsstands, der Kommunalpolitik und des schulischen Bereichs zu ihrer ganz persönlichen Einschätzung der Bedeutung der Hauswirtschaft. "Bei der Hausarbeit tue ich mich nicht gerade hervor", gestand der stellvertretende Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums in Höchstädt, Franz-Xaver Leopold. "Ich koche das Fleisch und meine Frau kocht die Nudeln." Der Donau-Rieser Vizelandrat Reinhold Bittner bekundete seinen großen Respekt vor der modernen Haushaltstechnik. "Ich kann nur hoffen, dass die Digitalisierung nicht eines Tages die Hauswirtschafterin überflüssig macht."
Partnerschaftliche Hilfe in der Familie
Einen schlauen Tipp hielt der Dillinger Vizelandrat Alfred Schneid bereit: "Eine gute Hausfrau macht das Kochen, Spülen und Staubsaugen zum Hobby ihres Mannes." Die Einzige unter den Grußrednern, die selbst mit beiden Beinen in der Hauswirtschaft steht, war die Donau-Rieser Vizekreisbäuerin. "Eine gute Hausfrau versteht ihren Haushalt zu optimieren", sagte Susanne Löfflad. Dazu gehört für sie auch die partnerschaftliche Hilfe in der Familie. "Mir wäre schon gedient, wenn meine Kinder die Spülmaschine ein- und ausräumen und mein Mann die Lieferscheine wenigstens im Büro statt in der Küche ablegen würde."
Im Bereich des Berufsbildungsamts Wertingen haben heuer 68 Teilnehmer/innen die Abschlussprüfungen absolviert, davon 56 zur Hauswirtschafterin, elf zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft sowie ein Absolvent zum Fachpraktiker Hauswirtschaft. Aus den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries stammten 28 Teilnehmer. Von ihnen hatten sich 18 für eine Ausbildung als Beruf der Hauswirtschaft, sechs für eine Ausbildung als Beruf der Landwirtschaft und vier für einen Berufsabschluss als Fachpraktikerin oder Fachpraktiker Hauswirtschaft entschieden.
Die Teilzeitschule der Landwirtschaftschule Nördlingen entsandte elf Prüflinge, davon vier für den Bereich Landwirtschaft und sieben für den Bereich Hauswirtschaft. Aus der Teilzeitschule des AELF Erding nahm eine Studierende für den Bereich Landwirtschaft an den Prüfungen teil. Aus der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung (BFS) in Höchstädt legten 12 Schülerinnen ihre Prüfungen ab, von der Kolping-Akademie Donauwörth drei Fachpraktikerinnen und vom Kolping-Tagungshaus Reimlingen ein Fachpraktiker.

Die Besten

Nachdem die Bildungsberaterinnen Siglinde Ballis und Stephanie Kopold-Keis vom AELF Wertingen den Ablauf der Abschlussprüfungen erläutert hatten, durften die Prüfungsteilnehmer ihre Zeugnisse in Empfang nehmen. Die Prüfungsbeste Johanna Hell aus Lauterbach (BFS Höchstädt) erreichte einen Notendurchschnitt von 1,30, gefolgt von Julia Kobinger aus Mörslingen mit 1,45 und Verena Weng aus Nähermemmingen mit 1,50 (beide Landwirtschaftsschule Nördlingen, Abteilung Hauswirtschaft). In der Ausbildung "Fachpraktiker/in" belegte Jennifer Prieß aus Dillingen mit einem Schnitt von 2,52 den ersten Platz.

Weitere Prüfungsteilnehmer konnten ihre Zeugnisse entgegen nehmen:

Landwirtschaftsschule Nördlingen, Abteilung Hauswirtschaft:
Bettina Bußer (Unterringingen), Susanne Deininger (Baldingen), Kathrin Doppelbauer (Appetshofen), Monja Dreger (Großsorheim), Monika Jaumann (Belzheim), Marion Lindner (Hürnheim), Sandra Lindner (Appetshofen), Sonja Müller (Amerdingen) und Barbara Vogt (Auchsesheim).
Landwirtschaftsschule Erding, Abteilung Hauswirtschaft:
Bettina Urlbauer (Alerheim).
Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Höchstädt:
Kristina Grisman (Dillingen), Sonja Hafner (Mörslingen), Vanessa Hattler (Tapfheim), Celina Lennartz, Christina Martel (Donauwörth), Pauline Mitterhuber (Offingen), Alina Paleni, Yasemin Wagner (Steinheim), Anna Wagner (Auchsesheim), Daniela Wieland und Stefanie Wörner (Zöschingen).
Duale Ausbildung Fachpraktiker/in:
Tarek Sebastian Steinmeyer (Holheim, Tagungshaus Reimlingen), Ebru Barut (Monheim) und Jennifer Niederauer (Rain, beide Kolping-Akademie Donauwörth).
Auszeichnung:
Bildungsberaterin Siglinde Ballis (links) und AELF-Chef Magnus Mayer überreichten Gretel Büschl aus Gundelfingen eine Ehrenurkunde des bayerischen Landwirtschaftsministeriums für ihre Verdienste um die Berufsbildung in der Hauswirtschaft.
Ihre Wertschätzung für die Hauswirtschaft bekundeten:
Vizekreisbäuerin Susanne Löfflad und Vizelandrat Reinhold Bittner (rechts, beide Landkreis Donau-Ries), Vizelandrat Alfred Schneid (Landkreis Dillingen) und der stellvertretende Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Höchstädt, Franz Xaver Leopold (von links).
Moderiert wurden die Grußworte vom Leiter des AELF Wertingen, Magnus Mayer (3. v. li.).
Textbeitrag und Bilder: Patrizia Schallert